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Stellungnahme zum AgNes-Festlegungsentwurf DGS warnt vor Belastungsspirale für Solarenergie

Berlin, 18. September 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) warnt davor, Photovoltaik durch immer neue Einzelbelastungen zunehmend unwirtschaftlich zu machen. In ihrer Stellungnahme zum AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur kritisiert die DGS insbesondere den geplanten Prosumer-Aufschlag sowie neue Einspeiseentgelte – und warnt davor, die Reform isoliert von EEG-Novelle und Netzpaket zu betrachten.

Die Kritikpunkte auf einen Blick:

  • Prosumer-Aufschlag: Pauschale Zusatzkosten von rund 100 bis 200 Euro pro Jahr für Haushalte mit eigener PV-Anlage – trifft ausgerechnet die, die mit Solaranlage, Wärmepumpe und E-Auto zu einem flexiblen Stromsystem beitragen könnten.
  • GGV-Projekte gefährdet: Der Aufschlag soll an jeder verbrauchenden Marktlokation einzeln erhoben werden – in Mehrfamilienhäusern droht das die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) unwirtschaftlich zu machen und bremst so den PV-Ausbau in den Städten.
  • Neue Einspeiseentgelte: PV-Anlagen ab 30 kWp sollen künftig zusätzlich mit Netzkosten belastet werden – das erhöht die Kosten neuer Projekte und erschwert neue Investitionen.
  • Bestandsanlagen bedroht: Nach Ablauf ihrer 20-jährigen Freistellung drohen auch älteren, längst abbezahlten PV-Anlagen Zusatzkosten – ein Anreiz gegen den wirtschaftlichen Weiterbetrieb funktionierender Anlagen.
  • Kumulierte Wirkung wird ignoriert: AgNes, EEG-Novelle und Netzpaket werden jeweils einzeln bewertet, obwohl sich ihre Belastungen für PV-Projekte in der Summe verstärken.

Prosumer-Aufschlag und neue Einspeiseentgelte gefährden wirtschaftliche PV-Projekte

„Jede einzelne geplante Maßnahme wird für sich begründet. Für die Menschen und Unternehmen, die in Photovoltaik investieren, zählt aber am Ende die Summe der Belastungen. Wenn aus mehreren Reformen immer neue Kosten, Einschränkungen und Unsicherheiten entstehen, werden Projekte, die heute noch wirtschaftlich sind, morgen möglicherweise nicht mehr gebaut“, sagt Jörg Sutter, stellvertretender Vorsitzender des DGS-Fachausschusses Photovoltaik.

Statt neuer pauschaler Belastungen fordert die DGS stärkere Anreize für netzdienliches Verhalten: Dynamische Netzentgelte könnten Verbrauch und Einspeisung an der tatsächlichen Netzsituation ausrichten und gerade Prosumer mit PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe oder Elektroauto für flexibles Verhalten belohnen.

„Die Netzentgeltreform ist notwendig. Aber sie sollte diejenigen belohnen, die zur Flexibilität des Energiesystems beitragen, statt ihnen pauschal neue Kosten aufzuerlegen. Die Energiewende wird nicht günstiger, wenn wir Investitionen in Solarenergie unattraktiver machen“, so Sutter.

Die DGS begrüßt das transparente Beteiligungsverfahren der Bundesnetzagentur und hat ihre ausführliche Stellungnahme fristgerecht eingereicht. Sie fordert, die Auswirkungen der verschiedenen laufenden Reformen gemeinsam zu betrachten und die konkreten Belastungen für Prosumer und PV-Einspeiser erst festzulegen, wenn deren Folgen für Solarmarkt und Zubau besser absehbar sind.

Die Stellungnahmen können Sie hier herunterladen

Über die DGS:
Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) wurde 1975 gegründet und hat aktuell rund 3.500 individuelle Mitglieder und Firmenmitglieder. Sie ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Die DGS setzt sich für 100 Prozent Erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz ein. Dabei versteht sie sich als Mittlerin zwischen Wissenschaft, Ingenieur:innen und Handwerk, Anwender:innen und allen anderen Beteiligten an dieser Transformation.

www.dgs.de

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