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Prosumer-Aufschlag stoppen: DGS und zehn weitere Verbände fordern Bundesnetzagentur zum Kurswechsel auf

Berlin, 15. Oktober 2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) fordert gemeinsam mit zehn weiteren Verbänden die Bundesnetzagentur auf, den geplanten pauschalen Prosumer-Aufschlag aus der Netzentgeltreform AgNes zu streichen. Initiiert wurde der Verbändeappell vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Die Verbände kritisieren, dass der geplante Aufschlag Haushalte mit eigener Stromerzeugung zusätzlich finanziell belasten würde, unabhängig von der Größe der Anlage und von der tatsächlichen Netznutzung. Auch bestehende Photovoltaikanlagen und Modelle der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung wären betroffen.

Ein vom BSW-Solar beauftragtes Rechtsgutachten sieht im geplanten Prosumer-Aufschlag Verstöße gegen europäisches Recht, den Gleichbehandlungsgrundsatz und den verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz für bestehende Anlagen.

„Bereits im September haben wir in unserer ausführlichen Stellungnahme deutlich gemacht, dass dem pauschalen Prosumer-Aufschlag aus unserer Sicht die sachlich-fachliche Grundlage fehlt und er rechtlich fragwürdig ist. Jetzt bekräftigen wir unsere Kritik gemeinsam mit zehn weiteren Verbänden, gestützt durch ein aktuelles Rechtsgutachten“, erklärt DGS-Präsident Frank Späte.

Die Unterzeichnenden sprechen sich für Netzentgelte aus, die sich an der tatsächlichen Beanspruchung der Stromnetze orientieren. Als mögliche Alternative zu einer pauschalen Gebühr bringen sie ein an der vereinbarten Einspeisekapazität ausgerichtetes Entgelt als Ultima Ratio ins Gespräch, sofern eine zusätzliche Beteiligung notwendig wird.

„Der geplante Prosumer-Aufschlag wäre letztlich ein Schlag ins Gesicht von Millionen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihren Solaranlagen die Energiewende voranbringen“, kritisiert Späte.

Weitere Informationen:

DGS-Stellungnahme zur AgNes-Reform 17. September 2026

Verbändeappell zum Prosumer-Aufschlag vom 8. Oktober 2026

rechtliches Kurzgutachten zur Zulässigkeit eines Prosumer-Aufschlages im Rahmen der Netzentgeltreform vom 30. September 2026

Über die DGS:
Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) wurde 1975 gegründet und hat aktuell rund 3.500 individuelle Mitglieder und Firmenmitglieder. Sie ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Die DGS setzt sich für 100 Prozent Erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz ein. Dabei versteht sie sich als Mittlerin zwischen Wissenschaft, Ingenieur:innen und Handwerk, Anwender:innen und allen anderen Beteiligten an dieser Transformation.

www.dgs.de

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