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DGS zum Referentenentwurf des Bundesbedarfsplangesetzes: Maßnahmen zu kurz und veraltet

Berlin, 23.04.26 – Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) begrüßt das Ziel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, den Netzausbau zu beschleunigen und die Versorgungssicherheit zu stärken. Der vorgelegte Referentenentwurf zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes greift aus Sicht der DGS jedoch in zentralen Punkten zu kurz.

Der Entwurf fokussiert sich nahezu ausschließlich auf den Ausbau neuer Leitungskapazitäten. Wichtige und bereits verfügbare Maßnahmen zur effizienteren Nutzung bestehender Netze sowie zur Erhöhung der Systemflexibilität bleiben weitgehend unberücksichtigt. Dazu zählen insbesondere der verstärkte Einsatz von Stromspeichern, intelligente Steuerung von Lasten sowie die stärkere Integration dezentraler Energiezellen.

Kritisch sieht die DGS auch die Darstellung der Kosten. Während im Entwurf von keiner Belastung für Bürgerinnen und Bürger ausgegangen wird, werden gleichzeitig Investitionen in Höhe von rund 44 Milliarden Euro benannt, die über Netzentgelte finanziert werden sollen. Es entstehe der Eindruck, als sei der Netzausbau für Bürgerinnen und Bürger kostenneutral, dies sei nicht transparent.

Die DGS spricht sich dafür aus, alternative und kosteneffiziente Maßnahmen systematisch in die Planung einzubeziehen und bestehende Netzkapazitäten besser zu nutzen. Nur so kann der Netzausbau wirtschaftlich und gesellschaftlich tragfähig gestaltet werden.

Die zentralen Kritikpunkte:

  • Einseitiger Fokus auf Leitungsbau: Der Entwurf setzt fast ausschließlich auf den Ausbau neuer Stromleitungen. Alternative Lösungen wie Speicher, Flexibilitäten und intelligente Netznutzung werden nicht berücksichtigt.
  • Fehlende Prüfung kostengünstiger Alternativen: Im Entwurf wird behauptet, es gebe keine Alternativen. Tatsächlich gibt es bereits erprobte Maßnahmen, die schneller und günstiger wirken können, als neuer Netzausbau, z.B: bessere Auslastung bestehender Netze, dezentrale Energiezellen
  • Mangelhafte Kostentransparenz: Der Entwurf behauptet, es gebe keine Belastung für Bürger:innen. Gleichzeitig stehen 44 Mrd. Euro Investitionen im Raum, die über Netzentgelte finanziert werden.

Die vollständige Stellungnahme ist hier abrufbar: https://www.dgs.de/stellungnahme/stellungnahme-der-dgs-zum-referentenentwurf-zur-aenderung-des-bundesbedarfsplangesetz-bbpig/

Über die DGS:
Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) e.V. wurde 1975 gegründet und hat aktuell rund 3.500 individuelle Mitglieder und Firmenmitglieder. Sie ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Die DGS setzt sich für 100 Prozent Erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz ein. Dabei versteht sie sich als Mittlerin zwischen Wissenschaft, Ingenieur:innen und Handwerk, Anwender:innen und allen anderen Beteiligten an dieser Transformation.

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