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Jörg Sutter

10 Gründe, noch in diesem Jahr eine PV-Anlage auf dem Eigenheim zu installieren

Eine Argumente-Liste von Jörg Sutter

PV-Anlage [Foto: Jörg Sutter]

Schon seit langen setzt sich die DGS für die Energiewende ein und motiviert auch Hausbesitzer, sich daran zu beteiligen. Eine wesentliche Möglichkeit ist dabei die eigene PV-Anlage auf dem Dach, die oftmals dann auch zu Folgeinvestitionen führt, wie hier im Rahmen einer Studie betont wurde. Darum stellen wir heute 10 Gründe vor, warum sich eine PV-Anlage in diesem Jahr noch lohnt.

Diese folgenden 10 Gründe sind subjektiv ausgesucht, es hätten auch mehr oder andere sein können. Doch vor allem im Hinblick auf die zu befürchtenden Verschlechterungen der Rahmenbedingungen im kommenden Jahr könnte es sich auszahlen, ein solches Projekt noch im Jahr 2026 umzusetzen.

Grund 1: Aktiver Klimaschutz

Egal wie groß die PV-Anlage, egal wieviele Kilowattstunden: Jede Photovoltaik-Anlage hilft beim Klimaschutz. Und schauen wir uns das an: Wenn wir PV-Anlagen und Steckersolargeräte zusammenzählen, gibt es inzwischen rund 5 Millionen davon in Deutschland. Und jedes Modul führt uns einen Schritt weiter in Richtung des Ziels von 100 Prozent erneuerbare Energien. Übrigens: Dänemark und Portugal werden in diesem Jahr voraussichtlich die 100% beim Strom übertreffen, bei uns im Land lag der EE-Anteil 2025 bei rund 59 % (Nettostromerzeugung).

Grund 2: Schutz vor Preissteigerungen

Mit einer PV-Anlage kann ein Teil des notwendigen Stroms im Eigenheim erzeugt werden. Wieviel das ist, hängt von vielen Parametern ab, sowohl von der PV-Anlage als auch vom Stromverbrauch. Doch unabhängig von den Rahmenbedingungen schafft jede eigene Kilowattstunde ein wenig Autarkie mehr. Sollten die Stromkosten in Zukunft steigen, so ist man/frau als PV-Betreiber weniger davon betroffen.

Grund 3: Ich werde Stromsparer

Viele PV-Betreiber kennen ihren Stromverbrauch genau und werden selbst zum Stromsparer. Nicht weil es wegen der PV nötig wäre, sondern weil aus Ehrgeiz ein möglichst großer Anteil Solarstrom verwendet werden will. Da fällt schon mal der Blick auf uralte Kühltruhen im Keller oder die Halogenbeleuchtung, bei der jeden Abend der Trafo heiß wird. PV-Betreiber werden automatisch zu Stromsparern.

Grund 4: Heute und nicht erst morgen

Wer in diesem Jahr eine PV-Anlage errichtet, der profitiert schon in diesem Jahr von den Einsparungen beim Strombezug und vom günstigen Solarstrom. Je früher die Anlage läuft, desto größer auch der Nutzen noch in diesem Jahr. Wer erst im kommenden Jahr oder noch später baut, profitiert auch erst in der Zukunft.

Grund 5: Optimierte Nutzung als Prosumer“

Ein Prosumer ist gleichzeitig Erzeuger (Producer) und Verbraucher (Consumer) von Strom. Dabei kann die Nutzung optimiert werden: Eine PV-Anlage kann heute schon so ausgelegt werden, dass auch in drei Jahren das neue Elektroauto mitversorgt werden kann (Bild) und/oder die Wärmepumpe, die die 30 Jahre alte Öl- oder Gasheizung dann ersetzen wird. Mit Batteriespeicher und einem Energiemanagement-System fürs Eigenheim kann das ganze sehr flexibel geplant und umgesetzt werden.

Prosuming-Nutzung: Solarstrom ins Elektroauto laden [Foto: Jörg Sutter]

Grund 6: Die Technik ist ausgereift und lange haltbar

Welches Produkt hält bei Wind und Wetter 30 Jahre durch? Die Solarmodule ziemlich sicher. Heute geht man typisch von 30 Jahren Lebensdauer bei einer PV-Anlage aus, auch wenn zwischendrin vielleicht der Tausch eines Wechselrichters oder einzelner Batteriemodule notwendig werden. Und es spricht auch nicht gegen die PV, wenn das Haus vielleicht so lange gar nicht mehr selbst bewohnt wird: Eine PV-Anlage gilt wertsteigernd, zum Beispiel wenn das Gebäude verkauft werden sollte. Und die Technik wird immer leistungsfähiger – das hat auch die Intersolar in dieser Woche wieder bewiesen.

Grund 7: Es ist steuerlich einfach

Wir gehen fest davon aus, dass die steuerlichen Regelungen auch im kommenden Jahr so bleiben, wie sie aktuell sind. Trotzdem: Ein Vorteil, der für private Gebäudeeigentümer in diesem Jahr gilt und bedeutet: Für die PV-Anlage muss beim Kauf keine Umsatzsteuer bezahlt werden (Steuersatz ist 0 Prozent) und auch die Erträge der Anlage müssen für die Steuererklärung nicht berücksichtigt werden. Eine der ganz wenigen Möglichkeiten, bei denen der Staat nicht die Hand (bzw. den Steuerbeutel) aufhält.

Grund 8: Mehr Versorgungssicherheit

Zurück zur technischen Seite: Wer eine PV-Anlage gleich mit Batteriespeicher und Notstromfunktion baut, der hat auch bei Stromausfall noch „Saft“ in der Steckdose. Doch Vorsicht: Hier muss schon bei der Planung genau besprochen werden, welche Art der Ersatzversorgung gewünscht ist: Notstrom, Ersatzstrom oder eine echte unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sind die drei Möglichkeiten, zu denen viele Speicheranbieter technische Lösungen auf dem Markt anbieten.

Grund 9: Gute Informationslage

Die aktuellen Rahmenbedingen sind bekannt und recht gut kalkulierbar, zum Beispiel für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der eigenen Anlage. Dazu kommt viel Erfahrung bei Energieberatern, Installationsbetrieben oder der Verbraucherzentrale. Wird es zu Änderungen der gesetzlichen Lage kommen – wie vom Bundeswirtschaftsministerium derzeit angestrebt – würden viele Aspekte Anfang des kommenden Jahres unklarer oder unsicherer.

Hier sei auch einmal auf das Buch „Photovoltaik-Ratgeber“ hingewiesen, den der Autor dieses Textes als Co-Autor mitverfasst hat. Darin finden sich alle Aspekte, die für eine eigene PV-Anlage zu beachten sind, um lange Jahre Freude an der solaren Stromerzeugung zu haben. Auch viele Hinweise und Links der DGS sind in das Buch eingeflossen. Der Leser oder die Leserin erhält die aktuellen Rahmenbedingungen im Buch gemeinsam mit einer Online-Aktualisierungsseite im Internet.

Der PV-Ratgeber ist (mit Online-Aktualisierung) heute aktuell [Foto: Jörg Sutter]

Grund 10: 20 Jahre Vergütung in diesem Jahr noch sichern

Dazu gibt es die Förderung über das EEG für Stromanteil, der ins Netz eingespeist wird über 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr mit derzeit rund 8 Ct./kWh Vergütung für die Einspeisung ins Stromnetz. Die aktuelle Planung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) sieht vor, die feste Einspeisevergütung komplett zu streichen – und das eventuell ab Anfang des kommenden Jahres. Wer seine PV-Anlage bis Jahresende 2026 baut und ans Netz anschließt (der Tag der EEG-Inbetriebnahme ist hier entscheidend, nicht ein Vertrag oder so), der sichert sich noch über 20 Jahre die feste Einspeisevergütung. Das ist sicherlich der überzeugendste Grund, eine Anlage noch in diesem Jahr zu bauen, das geänderte EEG soll voraussichtlich zum 1.1.2027 in Kraft treten, auch wenn derzeit der richtige politische Streit darüber erst noch bevorsteht (wir warten noch immer auf den Referentenentwurf).

Transparenzhinweis: Der Verfasser dieser Zeilen ist Co-Autor des Buches „Photovoltaik-Ratgeber“, der in Punkt 9 beschrieben wurde. Haben wir Gründe vergessen? Sind Sie mit Punkten der Liste nicht einverstanden? Sprechen Sie gerne den Autor unter sutter@dgs.de an.