Ein Projekt-Interview von Wencke Bagger

Kurzvorstellung/Hintergrund Projekt
Switch to sun, sister ist ein Projekt für Frauen, die Lust haben, die Solarenergie selbst in die Hand zu nehmen. Women Engage for a Common Future (WECF) e.V. verlost Balkonmodule und organisiert Solarpartys für die Gewinner:innen, während derer die Module installiert werden. Damit vermittelt das Projekt praxisnahes Wissen zu Solarenergie, zeigt Wege zur Selbstermächtigung im technischen Bereich auf und leistet so einen Beitrag zu einer gender- und sozialgerechten und klimafreundlichen Energiezukunft.
Ziele des Projekts
- Wissensförderung über Solarenergie und Energiegerechtigkeit
- Unterstützung von Haushalten beim Einstieg in die Nutzung von Solarstrom durch Balkonmodule
- Sichtbarmachung von Frauen in der Energiewende
- Reduktion von CO₂-Emissionen und Energiekosten durch konkrete Maßnahmen
- Abbau von Genderbarrieren bei der Nutzung von Solarenergie
Es gibt insgesamt drei Verlosungsrunden und drei Solarpartys. Bei den Partys werden Freund:innen eingeladen, die somit direkt auch was über die Solarenergie lernen. Es ist quasi Bildungsworkshop, Installation und Socialising in einem.

Mini-Interview mit Kiara Groneweg
Was hat euch dazu bewegt, „Switch to Sun, Sister!“ ins Leben zu rufen – und warum richtet sich das Projekt gezielt an Frauen?
Solarpartys sind eine tolle Möglichkeit für den Einstieg in die Energiewende bzw. für die Auseinandersetzung mit Erneuerbaren Energien. Diese Partys wurden u.a. schon von anderen Organisationen oder Genossenschaften der Bürger:innen-Energie ausprobiert. Und wir haben selbst eine für uns im Kollegium organisiert, bevor wir das Projekt gestartet haben.
Wir fokussieren auf Frauen, weil sie in der Energiewende unterrepräsentiert sind und wir neue Zielgruppen erreichen wollen. Wir zeigen damit auch ein bisschen ein Gegenmodell zu gender-stereotypen Frauen-Veranstaltungen wie Tupper-Partys oder Thermomix-Events auf. Mit einer Solarparty geben wir Frauen die Möglichkeit, eine Party mit ihren Freund:innen zu feiern und dabei technisches Know-How weiterzugeben. Es ist ein sehr unkompliziertes und nahbares Format.
Gibt es eine Begegnung oder Geschichte aus dem Projekt, die euch besonders in Erinnerung geblieben ist und zeigt, welche Wirkung Solarenergie auf Menschen haben kann?
Am schönsten zu beobachten sind eigentlich die Begegnungen zwischen den Menschen bzw. Teilnehmer:innen der Solarparty. In Zeiten, in denen durch Digitalisierung und Vereinzelung in Großstädten oft manchmal auch ein Gemeinschaftsgefühl fehlt, zeigt sich, dass es wichtig ist, einfach gute Momente zu schaffen und etwas zu feiern. Und während der Solarparty wird eben nicht nur die Energiewende gefeiert, sondern auch das Gefühl, miteinander etwas zu lernen.
Wenn ihr Frauen, die sich bisher noch nicht mit Solarenergie beschäftigt haben, eine einzige Botschaft mitgeben könntet – welche wäre das?
Wissen ist Macht, neue (technische) Skills sind wichtig und machen euch unabhängiger. Es macht Spaß, zu wissen, wie der eigene Strom- und Energieverbrauch ist und wie einfach ein Balkonmodul zu bedienen ist. Oft liegt die Priorität im Alltag auf anderen Dingen und die Hürde für die Auseinandersetzung ist zu groß. Aber im Endeffekt lohnt es sich – ihr spart Geld und seid dabei noch nachhaltig.
Spendenaufforderung
Allein etwas zu bewegen ist kaum möglich. Aber als solidarische Zivilgesellschaft, die entschlossen zusammensteht, geben wir Hoffnung. Wir wollen die Solarpartys auch nach Projektende weiterführen, weil der Impact höher ist als bei anderen Veranstaltungen. Dafür brauchen wird Geld.

Wir haben einen allgemeinen Spendenlink. Wenn ihr darüber spendet, gebt gerne den Betreff “Switch to Sun, Sister” an:
Wir freuen uns über euren Beitrag, je nach euren finanziellen Möglichkeiten: kleine oder Großspenden, einmalige oder regelmäßige Beträge. In jedem Fall ist eure Spende an uns nach deutschem Recht von der Einkommenssteuer abzugsfähig.
FAQ-Bereich
Seit wann gibt es das Projekt?
Das Projekt gibt es seit Anfang 2026.
Wann ist die nächste Solarparty
Voraussichtlich Ende Juli, das genaue Datum wird mit der Gewinnerin der Verlosung festgelegt.
Wie viele Spenden sind nötig, um eine Solarparty durchzuführen?
Ca. 3000 Euro, davon ca. 1000 Euro Materialkosten für Module und Verpflegung, plus ca. 2000 Euro für Organisation und Referent:innen.
Wie viele Solarpartys wurden schon durchgeführt?
Bisher wurden 2 Solarpartys durchgeführt.
Wie viele Teilnehmer:innen waren bei der letzten Solarparty?
Ca. 15 Personen
Woher nehmt ihr die Module?
Wir haben die Module bisher bei Solakon erworben. Wir sind aber auch dankbar für Spenden von noch guten 2nd-Hand-Modulen.
Mit wem arbeitet ihr noch zusammen?
Für die Beratung und Durchführung der Installation arbeiten wir eng mit Solar2030 e.V. zusammen.
