Ein Interview von Wencke Bagger

Seit dem 1. Oktober leitet Kirsten Kelleher die Redaktion der SONNENENERGIE. Im Mini-Interview mit Wencke Bagger erzählt sie, was sie an der Aufgabe reizt und wohin sie das Magazin entwickeln möchte.
Die SONNENENERGIE feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, und mit Kirsten Kelleher beginnt ein neues Kapitel. Die promovierte Bioinformatikerin hat am Robert Koch-Institut einen Klimabericht mit rund 100 Autor:innen aus 30 Institutionen koordiniert und zuletzt Lerninhalte zu Solartechnik und Batteriespeichersystemen entwickelt. Ihre erste Ausgabe der SONNENENERGIE erscheint im Januar 2027.
Sie kommen aus der Wissenschaft, von der Bioinformatik über Klimawandel und Gesundheit bis zur Solartechnik. Was hat Sie gereizt, die Redaktionsleitung der SONNENENERGIE zu übernehmen?
Kelleher: Ich mag die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ich liebe die Arbeit mit Texten, und ich möchte in einem Bereich arbeiten, der mir jeden Tag das Gefühl gibt, an einer guten Sache mitzuwirken. Das ist bei der SONNENENERGIE der Fall. Ich freue mich darauf, die Expert:innen der DGS und die Autor:innen der SONNENENERGIE kennenzulernen.
Fachinformationen sind heute überall verfügbar, von Social Media bis KI. Warum braucht es gerade jetzt ein unabhängiges Fachmagazin wie die SONNENENERGIE?
Kelleher: Wer die SONNENENERGIE in der Hand hält, ob gedruckt oder digital, kann sich darauf verlassen, dass die Informationen fachlich fundiert, relevant und von Expert:innen eingeordnet sind. KI kann uns helfen, uns zu informieren, und über Social Media können wir uns vernetzen. Ein von Expert:innen gemachtes und kuratiertes Fachmagazin können beide aber nicht ersetzen.
Am Robert Koch-Institut haben Sie den Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit mit rund 100 Autor:innen aus 30 Institutionen koordiniert. Was nehmen Sie aus dieser Erfahrung für ein Magazin mit, das stark von externen Fachautor:innen lebt?
Kelleher: Wenn viele Fachleute mit unterschiedlichen Expertisen in einem komplexen Feld zusammenkommen, können ganz neue Einsichten entstehen. Am RKI habe ich gelernt, wie wichtig dabei gute Kooperation und ein gemeinsames Ziel sind. Genau das möchte ich auch bei der SONNENENERGIE: Gemeinsam mit den Autor:innen gute, unabhängige und ansprechende Inhalte schaffen, von denen die gesamte Fachcommunity etwas hat.
Die SONNENENERGIE erscheint seit 50 Jahren. Was soll das Magazin bewahren, und wie soll es künftig über die Printausgabe hinaus wirken?
Kelleher: Die Artikel sind von hoher fachlicher Qualität und decken ein breites Themenspektrum der Erneuerbaren Energien ab. Das möchte ich bewahren. Gleichzeitig wollen wir unsere digitalen Angebote erweitern. Ich möchte unsere Leser:innen besser kennenlernen, um die Inhalte noch genauer auf ihre Interessen zuschneiden zu können. Deshalb freue ich mich über Rückmeldungen und Anregungen aus der Community.
Sie haben sich viele Jahre als Gleichstellungsbeauftragte engagiert, und die DGS will jünger und vielfältiger werden. Wie möchten Sie neue Stimmen für das Magazin gewinnen?
Kelleher: Ich möchte Autor:innen mit unterschiedlichsten Hintergründen gewinnen, sei es in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, Alter, beruflichen Werdegang oder Interessen. Die Sonne ist für alle Menschen da, und das sollte auch die SONNENENERGIE sein. Mein Ziel ist, dass etablierte Fachleute ebenso etwas für sich entdecken wie Menschen, die bisher noch keinen Zugang zu einem Fachmagazin hatten.
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