Ein Veranstaltungsbericht von Jörg Sutter

Freiburg im Breisgau war in der vergangenen Woche vom 14. bis 18. September Anlaufstelle für zahlreiche Solarforschende aus ganz Europa, denn die „EuroSun2026“ wurde dort abgehalten. Als Schwerpunkt wurde die Solarthermie behandelt, immer stärker rückte aber auch die Anforderung der Integration solcher Anlagen in internationale Energiesysteme in den Vordergrund.
Fachlich zeichneten sich das Fraunhofer ISE als größtes europäisches Forschungsinstitut und die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, die auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, als verantwortlich, Veranstalter waren ISES (der internationale Solar-Dachverband, unter dem auch die DGS als nationale Sektion für Deutschland sitzt) und das Forschungsnetzwerk „Solar Heating und Cooling Program“ der internationalen Energieagentur IEA.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch wurde auch gefeiert, denn diese Veranstaltung war eine besondere in der Reihe der EuroSun’s: Die erste Veranstaltung mit diesem Namen wurde genau vor 30 Jahren auch in Freiburg (damals im Konzerthaus am Bahnhof) durchgeführt. 50 Jahre IEA-SHC-Forschungskooperationen und 70 Jahre ISES fanden ebenfalls Würdigungen.
Und die im Bild oben dargestellten Preisträger:innen (Philip Ohnewein, Maria Moser und Carina Seidnitzer-Gallien) hatten ebenfalls allen Grund zur Freude: Ihnen wurde der SHC Solar Award 2026 verliehen. Die Preisträger:innen stammen von SunPeek, einem österreichischen Team, die für eine Software-Lösung zu Solarthermie ausgezeichnet wurden.
Was kann die Preisträger-Software SunPeek?
In den letzten Jahren boomten große solarthermische Anlagen, die teils an Fernwärmenetze angebunden werden. Diese Anlagen sind in der Anschaffung teuer, im laufenden Betrieb muss darauf geachtet werden, dass die Anlagen nicht durch technische Probleme, Verschmutzung oder andere Ursachen an Leistung verlieren und ineffizienter werden. Die Analysesoftware SunPeek ist genau dafür geschrieben: Als Open-Source-Produkt überwacht das Programm die Funktion und auch detailliert die Performance im langjährigen Anlagenbetrieb. Sie liefert damit einerseits den Kollektorherstellern wertvolle Informationen zum Feldeinsatz ihrer Produkte, die weit über die Labortests bei der Zulassung hinausgehen. Andererseits kann für Investoren die Frage „Wie effektiv arbeitet die Solaranlage denn?“ – eine durchaus komplexe Frage – mit der Software beantwortet werden.
Konferenzthemen zeigen Professionalisierung der Energiewende
Wo es vor dreißig Jahren um neue Kollektor-Beschichtungen und Speichermöglichkeiten ging, kann man heute nur staunen: So drehten sich Posterbeiträge um Solarthermie in der industriellen Produktion, ein Beitrag der Universität Botswana stellte die KI-gestützte Optimierung von industriellen Solar-Wärmenetzen vor. Aus Deutschland wurden Untersuchungen zur Kombination von neuartigen PV-T-Kollektoren mit Wärmepumpen vorgestellt (siehe Bild), die dank speziellem Kollektor auf die Außeneinheit der Wärmepumpe verzichten können und an deren Stelle den Kollektor auf dem Dach nutzen.
Überhaupt drehten sich viele Beiträge um die Kombination großer solarthermischer Anlagen mit Wärmepumpenkonzepten und großen Wärmespeichern.

Nahwärme mit Thermie und Wärmepumpe
So stellte auch Prof. Klaus Vajen von der Uni Kassel, in der DGS kein Unbekannter, in seinem Beitrag konkrete Umsetzungsprojekte in Bracht und Rüdigheim (beides in Deutschland) vor, bei denen riesige Solarthermiefelder (11.600 und 6.000 Quadratmeter Kollektorfläche) mit Saisonspeichern (26.600 und 17.400 Kubikmeter) sowie Wärmepumpen kombiniert wurden bzw. werden. In Bracht (seit September 2025 in Betrieb) werden damit 193 Gebäude, in Rüdigheim (seit Nov. 2025 im Bau) sollen damit 100 Gebäude versorgt werden. Für das zweite Projekt zeigt die Statistik: Die Wärme wird zu 87 % aus der Solarthermie gewonnen, 13 % trägt die Wärmepumpe bei.

Die nächste EuroSun wird 2028 stattfinden, Details dazu sind noch nicht veröffentlicht.
Sie sind am Thema der erneuerbaren Wärme interessiert? Schauen Sie beim DGS Fachausschuss Solarthermie – Erneuerbare Wärme (FASTEW) vorbei:
