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Energiewende vor Ort gestalten: DGS aktiv in Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen

Auch bei Stammtischen in bayerischen Biergärten ist die DGS mit von der Partie. [Foto: Hendrik Herrmann]

Energiewende vor Ort: Austausch, Vorträge, kommunale Beteiligung

Im Februar war die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie wieder fleißig an drei verschiedenen Aktivitäten beteiligt. Bei allen ging es um den Austausch zwischen DGS-Mitgliedern, Fachexpertinnen und Fachexperten sowie verschiedene Vorträge, die zeigen, wie die Energiewende vor Ort funktioniert.

„Solarstammtisch mit Impulsvortrag“ in München

In München lud die DGS Sektion München-Oberbayern ihre Mitglieder zum Auftakt eines neuen Veranstaltungsformats, dem „Solarstammtisch mit Impulsvortrag“. Am 6. Februar 2026 trafen sich rund 25 interessierte Teilnehmende im Augustiner Biergarten in München zum Stammtisch inklusive eines Impulsvortrags zum Thema „Bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen“.

Bidirektionales Laden als Stammtisch-Thema

Nach einer Eröffnung des Vorstandes und Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Sektion sowie anstehenden Veranstaltungen widmete sich die Aufmerksamkeit der Stammtisch-Gäste dem Impulsvortrag. Dieser wurde von Michael Fechner, Smart-Charging-Ingenieur bei der Vispiron Systems GmbH, gehalten. Es wurde zunächst an das zentrale Thema des bidirektionalen Ladens herangeführt wonach die zentrale Rolle des Stromsektors für die Energiewende und die wachsende Bedeutung flexibler Stromverbräuche erläutert wurde.

Weiter führte Michael Fechner verschiedene Begriffe im Themenfeld des Ladens von Elektrofahrzeugen auf und ging anschließend auf verschiedene Anwendungsfälle für das bidirektionale Laden ein – inklusive der technischen und energierechtlichen Hürden.

Sowohl der Impulsvortrag als auch die gesamte Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse und endete zum Schluss mit einer lebhaften Diskussion unter den Teilnehmenden.

Am 2. April 2026 hat es bereits den nächsten Stammtisch gegeben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an muenchen@dgs.de.

Wie sprechen wir über Klimakrise und Energiewende? Jahrestreffen des DGS-Fachausschusses Hochschule

Am 19. und 20. Februar 2026 fand im Rahmen des Jahrestreffens des DGS-Fachausschusses Hochschule (FAHS) in Leipzig ein vielbeachteter Online-Input zum Thema wirksame Klimakommunikation statt. Der Vortrag von Christian Gutsche – Klimakommunikations-Trainer und Solarunternehmer – richtete sich an Fachleute aus Wissenschaft, Lehre, Klimaschutz und Energiewende und war per Videomeeting live zugänglich.

Klimakommunikation zwischen Erdüberhitzung, Energiewende und Desinformation

Unter dem Titel „Wirksame Klimakommunikation in Zeiten von Erdüberhitzung, Energiewende-Boom und Desinformation“ analysierte Gutsche die zentralen Herausforderungen der heutigen Klimadebatte. Thematisiert wurden das verfehlte 1,5-Grad-Ziel, der globale Aufschwung erneuerbarer Energien, wachsende autoritäre Tendenzen sowie gezielte Desinformationskampagnen rund um Klimaschutz und Energiewende. Im Kern ging es um die Frage: Wie lässt sich Klimakommunikation wirksam, resilient und emotional nachhaltig gestalten – ohne Resignation und ohne Alarmismus?

Breites Publikum, niedrigschwelliger Zugang

Die Veranstaltung war bewusst offen gestaltet: Alle Interessierten aus den Bereichen Klimaschutz, Energiewende, Wissenschaft, Hochschullehre und strategische Kommunikation waren eingeladen – unabhängig von einer FAHS-Mitgliedschaft oder physischer Anwesenheit in Leipzig. Die Live-Übertragung ermöglichte einer breiten Öffentlichkeit die Teilnahme.

Interaktiver Austausch und Vertiefungsworkshop

Während des Vortrags nutzten Online-Teilnehmende aktiv die Chat-Funktion für Fragen, die im Anschluss direkt beantwortet wurden. Dieser interaktive Teil förderte einen produktiven Dialog über kommunikative Strategien im Klimabereich. Ein weiterführender Workshop vertiefte die Inhalte anschließend mit den Präsenzteilnehmenden vor Ort in Leipzig.

Fazit: Klimakommunikation als Kompetenz der Zukunft

Der Input verdeutlichte, wie wichtig professionelle Klimakommunikation heute für Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Praxis ist. Christian Gutsche lieferte praxisnahe Impulse, um in einem zunehmend polarisierten Diskurs wirksam und glaubwürdig über Klimakrise und Energiewende zu sprechen.

Interview mit Prof. Frank Späte

Klimakommunikation steht zunehmend zwischen Faktenlage, Überforderung und Hoffnung. Welche Verantwortung sieht die DGS hier – gerade gegenüber jungen Menschen und zukünftigen Fachkräften?

Prof. Frank Späte, Vorsitzender Fachausschuss Hochschule

Die DGS sieht sich hier in einer großen Verantwortung gegenüber jungen Menschen, aber auch der Gesellschaft insgesamt. Wir stehen ganz klar ein für die Energiewende, also weg von den Fossilen und hin zu den Erneuerbaren Energien und insbesondere der Sonnenenergie. Auch wenn immer wieder mal die sog. „Klimaleugner“ oder „Fossil-Lobbyisten“ – was meist das Gleiche ist – ihre „Fake-News“ lautstark verbreiten und dabei teilweise sogar Gehör bis in hohe Staatsämter hinein finden, ist sich die Wissenschaft einig, dass dies der entscheidende Faktor ist, um die Klimakatastrophe noch in irgendeiner Art und Weise abzumindern. Ich spreche schon gar nicht mehr davon, die Klimakatastrophe abzuwenden, denn dies werden wir wohl nicht mehr schaffen. Das 1,5°-Ziel ist bereits mehr oder weniger gerissen,  aber 1,7° ist besser als 2° ist besser als 2,5°. Es mögen sogenannte Kippunkte kommen, an denen bestimmte Entwicklungen nicht mehr reversibel sind, aber wir wissen nicht wann und wie. Deshalb sollten wir keinesfalls aufgeben. Blinder Optimismus nach dem Motto „Das wird schon“ oder „Die werden schon eine Lösung finden“ ist sicherlich auch nicht angesagt. Aber, wenn wir die Hoffnung aufgeben, dann verfallen wir in Lethargie, eine, wie ich finde, ganz schlechte Option.

Und diese Botschaften an junge Leute und die Gesellschaft sendet die DGS: engagiert Euch politisch, gesellschaftlich, werdet Fachkräfte und helft dabei, die Energiewende umzusetzen. Wir können noch was bewirken und ein gutes Gefühl gibt’s obendrein.

Der Fachausschuss Hochschule bringt seit vielen Jahren Lehrende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammen. Welche strategische Bedeutung hat dieses Netzwerk für die DGS insgesamt – über die Hochschulen hinaus?

Der Fachausschuss Hochschule, kurz FAHS, ist einer der aktivsten Fachausschüsse der DGS. Gerade aktuell treffen sich die Hochschullehrer:innen zu ihrem 21. jährlichen Treffen. Jedes Jahr scheiden, meist altersbedingt, Leute aus, aber es kommen ständig junge Hochschullehrer:innen hinzu, so dass über die Jahre der Teilnehmerkreis immer weiter gewachsen ist und das Netzwerk heute aus fast 160 Mitgliedern besteht. Das sind alles Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag mit jungen Studierenden zu tun haben und ihre Expertise und ihre Lebenserfahrung weiter geben. Diese jungen Menschen sind die Fachkräfte von morgen, die wir so dringend für die Energiewende brauchen. Und das sind natürlich auch potentielle Mitglieder der DGS.

Ein wesentlicher Vereinszweck der DGS ist Bildung und insofern ist dieser Fachausschuss von großer, ja auch strategischer Bedeutung. Er ist außerdem ein bedeutender Pool von Expertinnen und Experten im Bereich Erneuerbare Energien, Rationelle Energienutzung und Energieeffiziente Gebäude.

Blick nach vorn: Welche Rolle soll die DGS in den kommenden Jahren im Zusammenspiel von Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft einnehmen, um die Energiewende nicht nur technisch, sondern auch kulturell voranzubringen?

Es ist eines der wichtigsten Aufgaben der DGS, eine bedeutende gesellschaftliche Stimme für die Energiewende zu sein. Und da sind wir als Verband an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis von großer Bedeutung, denn wir tragen das Wissen mitten in die Gesellschaft hinein, z.B. mit unseren (Bildungs)-Angeboten. In unserem Markenkern ist außerdem der soziale Aspekt der Energiewende verankert. D.h., wir legen Wert darauf, alle Schichten der Gesellschaft mitzunehmen. Und es ist ja auch einfach so, dass von der Energiewende, die das wesentliche Vehikel ist, um den Klimawandel noch halbwegs einzudämmen, am Ende alle profitieren. Ein hervorragendes Beispiel sind die Balkonsolaranlagen. Damit können auch Menschen partizipieren, die sich kein eigenes Haus leisten können und in Mehrfamilienhäusern wohnen. Wie sicherlich bekannt, hat die DGS maßgeblich daran mitgewirkt, dass die Balkonsolaranlagen das geworden sind, was sie heute sind, nämlich ein relativ preiswertes Produkt, das es in jedem Baumarkt gibt und das sich in wenigen Jahren bezahlt macht. Dadurch wird die Energiewende für alle greif- und erlebbar. Für diese „Energiewende von unten“ werden wir weiter unsere Stimme erheben und aktiv sein.

PV:T Die Zukunft für Wärme und Strom – Forum Energiewende für Kommunen und Planer in Offenbach an der Queich

Das „Forum Energiewende – PV:T Die Zukunft für Wärme und Strom“ fand am 24.02.2026 im Ratssaal des Rathauses Offenbach an der Queich statt. [Foto: Bärbel Epp]

Ende Februar hieß es dann: auf zum „PV:T Die Zukunft für Wärme und Strom – Forum Energiewende für Kommunen und Planer“ ins schöne Rheinland-Pfalz. Die DGS Rheinland-Pfalz lud gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich und der Initiative integraTE-XL im kommunalen Energieplanungs- und Wendeprozess engagierte ehrenamtliche sowie politisch aktive Rheinland-Pfälzer:innen ein am 24. Februar 2026 ins Rathaus der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich zu kommen. Bei diesem Forum konnten die Teilnehmenden mehr über Planung, Umsetzung, Betrieb und Entwicklung von PVT-Technik erfahren.

Programmpunkte waren unter anderem ein Vortrag von Axel Wassyl, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Offenbach, zum Thema „Unser Weg zur CO2-Neutralität bei kommunalen Gebäuden“ oder von Dr. Harald Schäffler, Geschäftsführer sinnogy Freiburg, zum Thema „Intelligenter Nahwärmeverbund für Offenbach“.

Offenbach an der Queich in der PV:T-Vorreiterrolle

Neben allgemeineren Vorträgen zur PVT-Technik, konnten die Teilnehmenden des Forums ebenfalls einen detaillierten Eindruck über die Vorreiterrolle von Offenbach an der Queich in diesem Themenbereich gewinnen. In der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich wird die Verbandsgemeindeverwaltung bereits mit einem PV:T-System beheizt und gekühlt.

Die Kombination von PVT-Kollektoren und Wärmepumpe erfüllt nicht nur die aktuellen Vorgaben zur CO2-Reduzierung im Gebäudesektor, sondern auch die Ziele für 2040 laut Klimaschutzgesetz der Bundesregierung. [Grafik: IntegraTE]

„Das in diesem Neubauprojekt erfolgreich installierte und beispielhafte Energiesystem ist die Keimzelle des flächendeckenden Nahwärmenetzes der Gemeinde Offenbach“, so Hans Biehler, Vorsitzender der DGS Südwest. Mit Blick auf die CO2-Neutralität sagt er: „In Verbindung mit einer SoleWärmepumpe, einer intelligenten Steuerung, Verteilung und Speicherung ist praktisch der Eigenbedarf komplett zu decken. Zusätzlich gelingt die Reduzierung der CO2-Kosten auf Null und trägt damit zum Gelingen der Wärmewende bei.“

Die Rolle der DGS in der Wärmewende

Laut Biehler könne die DGS bei der Wärmewende mit „ihrem Fachknowhow und ihrem hochqualifizierten Mitgliederstamm in dem Aus- und Weiterbildungsbereich dazu beitragen, dass das Know-how und die sich ständig weiterentwickelnde Technik der Stand der Technik bleiben.“

Im Rahmen des Forums wurde ebenfalls mitgeteilt, dass konkret geplant sei an den Standorten Mainz, Koblenz, Kaiserslautern und Neustadt flächendeckend mit Schulungs-, Aus- und Weiterbildungsangeboten die 100-prozentige Nutzung der Solarenergie zu fördern.

Mitmachen und Gestalten in der DGS

Die drei Veranstaltungen zeigen: Die DGS ist aktiv, vernetzt Akteurinnen und Akteure und schafft Räume für Information, Austausch und Beteiligung. Wer sich fachlich einbringen, regionale engagieren oder einfach informiert bleiben möchte, ist eingeladen, sich selbst aktiv zu beteiligen – in einer Sektion vor Ort, in einem Fachausschuss oder bei einer der zahlreichen Veranstaltungen der DGS.

SolarSchulen und SolarAkademie der DGS

Ergänzend zu diesen Aktivitäten bietet die DGS ein breites Spektrum an Weiter- und Ausbildungsangeboten. Über die bundesweit verankerten SolarAkademien und SolarSchulen werden praxisnahe Qualifizierungen für Fachkräfte, Planende und Interessierte angeboten.

Kostenlose Webinare, Newsletter und Fachmagazin Sonnenenergie

Niedrigschwellig und kostenfrei sind zudem die Webinare auf pv-wissen.de, die aktuelles Photovoltaik-Wissen verständlich aufbereiten. Wer regelmäßig informiert bleiben möchte, kann den kostenlosen Newsletter der DGS abonnieren. Vertiefende Einordnungen, Fachbeiträge und Debatten bietet darüber hinaus das Fachmagazin Sonnenenergie, das viermal im Jahr erscheint. Zusammen zeigen diese Angebote: Die DGS verbindet Information, Qualifizierung und fachlichen Austausch – für alle, die die Energiewende aktiv gestalten wollen.