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Demo am 9. Oktober 2026 in Berlin: Was EEG-Novelle und Netzpaket für die Energiewende vor Ort bedeuten

Am Freitag, 9. Oktober 2026, um 14 Uhr demonstriert ein breites Bündnis auf der Reichstagswiese in Berlin gegen die geplante EEG-Novelle und das Netzpaket der Bundesregierung. Unternehmen, Fachverbände, Bürgerenergie und Umweltorganisationen fordern unter dem Motto „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen“, dass der Bundestag die Gesetzentwürfe korrigiert. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) gehört zu den Erstunterzeichnenden und lädt zu einem gemeinsamen DGS-Treffpunkt ein.

In diesem Beitrag erfahren Sie, worum es bei den Gesetzentwürfen geht, wen die Änderungen konkret treffen würden und wie Sie sich beteiligen können – vor Ort in Berlin oder von zu Hause aus.

Das Wichtigste in Kürze

WasDemonstration „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen“
WannFreitag, 9. Oktober 2026, 14 Uhr
WoBerlin, Reichstagswiese vor dem Bundestag
DGS-Treffpunkt14 Uhr, Paul-Löbe-Allee Ecke Annemarie-Renger-Straße (nahe U-Bahnhof Bundestag)
Wer ruft aufBundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und Campact mit Unternehmen, Fachverbänden und Umweltorganisationen; die DGS ist Erstunterzeichnerin
Worum es gehtEEG-Novelle und Netzpaket, die das Bundeskabinett im Juli 2026 beschlossen hat und die jetzt im Bundestag beraten werden
Alle Infosbuendnis-erneuerbare-energien.de

EEG-Novelle und Netzpaket: Das kritisiert die DGS

Die Entwürfe verändern die Spielregeln für Photovoltaik grundlegend – besonders für kleine Anlagen. Aus Sicht der DGS sind vor allem diese Punkte problematisch:

  • Ende der festen Einspeisevergütung bis 25 kWp: Für kleine PV-Anlagen, etwa auf Einfamilienhäusern, soll die feste Vergütung vollständig wegfallen. Damit fehlt eine verlässliche Grundlage für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
  • Direktvermarktungspflicht auch für kleine Anlagen: Betreiber:innen kleiner Anlagen müssten ihren Strom selbst vermarkten lassen. Dafür gibt es derzeit weder einen funktionierenden Markt noch automatisierte Abläufe.
  • Pauschale Begrenzung der Einspeiseleistung: Die Leistung, die ins Netz fließen darf, soll unabhängig von der Anlagengröße gedeckelt werden.
  • Netzanschluss bleibt intransparent: Das Netzpaket schafft nach Einschätzung der DGS keine bundesweit einheitlichen und nachvollziehbaren Anschlussverfahren – im Gegenteil.
  • Neue Versorgungsmodelle unter Druck: Energy Sharing und die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung geraten durch die Gesetzentwürfe und durch laufende Festlegungsverfahren der Bundesnetzagentur (MiSpeL, AgNes) zusätzlich unter Druck.

Jörg Sutter, Solarexperte der DGS, kritisiert vor allem die willkürliche Grenze bei 25 kWp: Dieselbe Kilowattstunde Solarstrom könne nicht oberhalb dieser Schwelle einen Marktwert haben und darunter wertlos sein. Ausführliche Hintergründe zum Netzpaket hat die DGS auf ihrer Themenseite Netzpaket und dezentrale Energiewende zusammengestellt.

Wen die geplanten Änderungen treffen

Die Gesetzentwürfe betreffen genau die Menschen, die die Energiewende vor Ort umsetzen – und für die sich die DGS seit 1975 einsetzt.

GruppeMögliche Folgen der Entwürfe
Hausbesitzer:innenOhne feste Einspeisevergütung und mit Direktvermarktungspflicht wird eine neue PV-Anlage schwerer kalkulierbar.
Mieter:innenGemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Energy Sharing geraten unter Druck. Viele weichen auf Steckersolargeräte oder Energiegenossenschaften aus.
Energiegenossenschaften und KommunenUnklare Netzanschlussverfahren und neue Auflagen bremsen Bürgerenergie-Projekte.
Handwerk und FachbetriebeLaut Bündnis Erneuerbare Energien ist die Investitionsbereitschaft bereits eingebrochen; Aufträge und Arbeitsplätze sind gefährdet.

In der Erneuerbaren-Branche arbeiten mehr als 436.000 Menschen, davon über 100.000 in der Solarbranche.

Präsident Frank Späte fordert statt neuer Gaskraftwerke einen zügigen Netzausbau, kombiniert mit netzdienlichen Speichern und intelligentem Energiemanagement. Vizepräsidentin Lena Kehl betont, dass eine dezentrale Versorgung kritische Infrastruktur widerstandsfähiger macht. Vizepräsident Torsten Lütten warnt, dass die Politik den Kontakt zu den Menschen verliert, die längst eigene Lösungen umsetzen.

Chronologie: Vom Appell zur Demo vor dem Reichstag

Die Demonstration am 9. Oktober ist der vorläufige Höhepunkt eines Protests, den auch die DGS seit Monaten mitprägt.

ZeitpunktEreignis
9. Oktober 2026Großdemo auf der Reichstagswiese, während der Bundestag über die Entwürfe berät
Juli 2026Bundeskabinett beschließt die Entwürfe für EEG-Novelle und Netzpaket
April 2026DGS ruft zu Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München auf (zum Aufruf)
März 2026DGS, Solarenergie-Förderverein (SFV) und Bündnis Bürgerenergie (BBEn) übergeben einen Appell von über 440 Bürgerenergie-Organisationen an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (zur Pressemitteilung), nachdem Entwürfe geleakt worden waren.

Auf den Appell gab es keine Antwort aus dem Ministerium; die Pläne gingen weitgehend unverändert weiter. Jetzt liegen sie bei den Abgeordneten und können noch angepasst werden.

So machen Sie mit

In Berlin dabei sein: Kommen Sie am 9. Oktober um 14 Uhr zum DGS-Treffpunkt an der Paul-Löbe-Allee Ecke Annemarie-Renger-Straße, nahe dem U-Bahnhof Bundestag. Fragen Sie bei Ihrer DGS-Sektion oder Ihrem Landesverband nach einer gemeinsamen Anreise und bringen Sie Kolleg:innen, Kund:innen und Familie mit. Das Programm der Kundgebung veröffentlicht das Bündnis auf seiner Website, sobald es feststeht.

Von zu Hause unterstützen:

  • Die WeAct-Petition unterzeichnen, die sich an die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD richtet.
  • Share-Grafiken des Bündnisses digital, z.B. auf Social Media Plattformen, teilen.
  • Plakate und Flyer bestellen und im Betrieb, in der Genossenschaft oder im Verein aufhängen.
  • Mit Ihrer Mitgliedschaft in der DGS die unabhängige Stimme für eine dezentrale Energiewende dauerhaft stärken.

Fotos von Ihrer Teilnahme nimmt die DGS-Newsredaktion gern unter newskoordination@dgs.de entgegen.

FAQ-Bereich

Wann und wo findet die Demo „Ausbauen statt Ausbremsen“ statt?

Am Freitag, 9. Oktober 2026, ab 14 Uhr auf der Reichstagswiese in Berlin, direkt vor dem Bundestag.

Wo treffen sich die DGS-Mitglieder?

Um 14 Uhr an der Paul-Löbe-Allee Ecke Annemarie-Renger-Straße, in der Nähe des U-Bahnhofs Bundestag.

Wer organisiert die Demonstration?

Aufgerufen haben der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und Campact gemeinsam mit Unternehmen, Fachverbänden und Umweltorganisationen. Die DGS gehört zu den Erstunterzeichnenden.

Was ändert sich laut EEG-Entwurf für kleine PV-Anlagen?

Der Entwurf sieht vor, die feste Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 kWp zu streichen und auch kleine Anlagen zur Direktvermarktung zu verpflichten. Zudem soll die Einspeiseleistung pauschal begrenzt werden. Noch ist nichts beschlossen: Der Bundestag berät über die Entwürfe.

Was kritisiert die DGS am Netzpaket?

Die DGS bemängelt, dass das Netzpaket keine transparenten, bundesweit einheitlichen Netzanschlussverfahren schafft und Modelle wie Energy Sharing erschwert.

Wie kann ich die Demo unterstützen, wenn ich nicht nach Berlin kommen kan

Die DGS bemängelt, dass das Netzpaket keine transparenten, bundesweit einheitlichen Netzanschlussverfahren schafft und Modelle wie Energy Sharing erschwert.