
Ein Buch zu schenken mag antiquiert sein, aber ist dennoch eine gute Möglichkeit Wissen weiterzugeben. Wir wollen Ihnen daher in den nächsten Wochen vor Weihnachten ein paar Bücher vorstellen, die allesamt in diesem Jahr in der SONNENENERGIE vorgestellt wurden. Wir beschränken uns dabei auf die höher benoteten Bücher. Sie finden alle Rezensionen auch auf unserer Homepage unter www.dgs.de/presse/buchvorstellungen, sie werden dort immer im Nachgang veröffentlicht.
Beispielhafte Buchbesprechungen aus der SONNENENERGIE 4|22
Earth for All (Club of Rome)
Das Buch nach dem Buch. 50 Jahre nach „Grenzen des Wachstums“ wird der neue Bericht des Club of Rome sicherlich weniger Wellen schlagen, wenngleich das durchaus angebracht wäre. So haben führende Wissenschaftler:innen mit Earth4All ein systemdynamisches Computermodell geschaffen. Die Notwendigkeit des Handelns wird somit auf solide Füße gestellt. Zwei durchgerechnete Varianten – „Too-Little-Too-Late“ und „The Giant Leap“ – werden vorgestellt. Sie zeigen, was alles passieren kann, wenn es keine drastischen Änderungen gibt und im Gegensatz dazu, wie ein Ausweg möglich wäre und wie eine bessere Zukunft aussehen könnte. Wohin wir aktuell streben ist kein Geheimnis. Dass das Buch eine Pflichtlektüre ist ebenso wenig. 5 Sterne, Besprechung von Matthias Hüttmann.
Wir können auch anders (Maja Göpel)
Frau Göpel stellt in ihrem neuen Buch bisherige Selbstverständlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Technologie in Frage: die Zukunft brauche neue Denkmuster. Das bestehende System kann nicht beibehalten werden, weil es schon im Krisenmodus ist. Aber: wie soll ein System aussehen, in dem über 8 Mrd. Menschen innerhalb der planetarischen Grenzen gut leben können? Die Abkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch hat bei weitem nicht ausgereicht, weil wir mehr als die eingesparten Ressourcen für zusätzlichen Konsum verbraucht haben. Und jetzt zu sagen, allein mit noch mehr technologischen Entwicklungen werden wir aus diesem Rebound-Effekt herauskommen, ist mehr als eine steile These. Zum Wollen kommen Menschen durch mindestens drei Motivationsfaktoren:
- Das darf nicht mehr sein.
- Der Blick in die wünschenswerte Zukunft.
- Vom bereits Funktionierenden lernen. Dazu braucht es Vorbilder.
Sie setzt große Hoffnung auf positive Kipppunkte in der Krise. 5 Sterne, Besprechung von Bernd-Rainer Kasper.
3 Grad mehr (Klaus Wiegandt)
Die Erderwärmung, die wir erleben und beobachten, übersteigt den Erfahrungsbereich der menschlichen Zivilisationsgeschichte seit der Entwicklung der Landwirtschaft und Sesshaftwerdung. Das ist nur eine der wertvollen Erkenntnisse, die das Buch bietet. Mehrere Autor:innen liefern einen fachlichen Einblick in das Ausmaß des Klimawandels und dessen Folgen. Und sie erläutern naturbasierte Lösungen, um die seit 2015 oft zitierten Ziele des Pariser Klimavertrages tatsächlich zu erreichen. Es ist zu hoffen, dass die Politik die Appelle aufgreift: wie Abholzung der Regenwälder beenden, Finanztransaktionssteuer zur Finanzierung klimapolitischer Maßnahmen einzuführen, Ressourcenverbrauch verringern. Nach dem Lesen dieses Buches wird es jeder und jedem noch klarer als zuvor sein, wie dringend krisenbewusstes Handeln und der Schutz der biologischen Vielfalt sind. In den Kapiteln steckt so viel Wissen drin, dass es wünschenswert ist, es sei das künftige Grundlagenwissen der Abiturjahrgänge 2023 bis 2030 – und all derjenigen, die in politischer Verantwortung sind. 4,5 Sterne, Besprechung von Tatiana Abarzúa.
Rezensierte Bücher „benoten“ wir nach 10 Kriterien und vergeben dabei jeweils bis zu 5 Punkte. Alle Kriterien werden einfach gewichtet. Lediglich das „subjektive Urteil“ kommt doppelt in die Wertung. Aus dem Durchschnitt ergibt sich schließlich die Gesamtbewertung für die Vergabe der bis zu 5 Sterne. Nach folgenden Kriterien bewerten wir: Thema, Idee | Aktualität | Relevanz | Sprachqualität | Glaubwürdigkeit | Tiefgründigkeit | Aufmachung, Layout | Verständlichkeit (Inhalt) | Preisgestaltung | Subjektives Urteil.