
Ein Buch zu schenken mag antiquiert sein, aber ist dennoch eine gute Möglichkeit Wissen weiterzugeben. Wir wollen Ihnen daher in den nächsten Wochen vor Weihnachten ein paar Bücher vorstellen, die allesamt in diesem Jahr in der SONNENENERGIE vorgestellt wurden. Wir beschränken uns dabei auf die höher benoteten Bücher. Sie finden alle Rezensionen auch auf unserer Homepage unter www.dgs.de/presse/buchvorstellungen, sie werden dort immer im Nachgang veröffentlicht.
Beispielhafte Buchbesprechungen aus der SONNENENERGIE 2|22
Die 50 größten Ökolügen (Michael Lohmeyer)
Die letzte ist wohl die unsäglichste, ständig vorgebrachte Ökolüge: „Als einzelner Mensch kann ich nichts bewirken. Das Gegenteil ist der Fall.“ Und gleich noch dazu, wie jede:r Einzelne gerade durch das eigene Konsumverhalten Nachhaltiges bewirken kann. Aber Lohmeyer nimmt auch die Politik in die Verantwortung: Deren Job sei es, mutig komplexe Sachverhalte und deren Auswirkungen darzustellen. Und ohne sich von (Geld-)Mächtigen beflüstern zu lassen. Dieses Credo zieht sich als roter Faden durch`s ganze Buch. Egal ob Lüge „Erfindergeist hat uns noch immer gerettet“ oder „Auch den Umweltschutz regelt der Markt“: Mit journalistischen Mitteln nimmt er die Pseudoargumente auseinander. Eine Gegen-Argumentationshilfe für Menschen, die sich tagtäglich solchen Lobby-beeinflussten Sätzen ausgesetzt fühlen. 4,5 Sterne, Besprechung von Heinz Wraneschitz.
Ladeinfrastruktur (Jürgen Klinger)
Ja, es gibt etliche Bücher zu Elektromobilität und zu Elektrofahrzeugen. Dieses möchte anders sein: Es möchte einen pragmatischen Überblick schaffen für die Auswahl der richtigen Ladetechnik und der Installation der Komponenten. Übersichtlich werden in der inzwischen 3. Auflage die verschiedenen Ladestecker, aktuell marktgängige Ladesäulen und Wallboxen, aber auch passende Prüftechnik und die Umsetzung des „solare Ladens“ vorgestellt. Rechtliche Grundlagen, Ladebetriebsarten und steuerliche Hinweise runden das Informationsangebot ab. Wer sich konkret und praktisch dazu informieren möchte, wird hier fündig. Auch wird behandelt, welche Sicherheitseinrichtungen an den verschiedenen Ladepunkten vorgesehen werden müssen und auch Fragen zu Wartung der Technik werden beantwortet. 4,5 Sterne, Besprechung von Jörg Sutter.
Klartext Klima! (Sara Schurmann)
Sara Schurmann hat ein durchaus persönliches Buch veröffentlicht. Ihr Anliegen entspringt offensichtlich dem eigenen Bewusstwerden über die Unmittelbarkeit der Klimakatastrophe. Ganz nach dem Motto, dass Selbsterkenntnis der erste wesentliche Schritt ist, führt sie griffig und klar in der Sprache, hin zu den Fakten und Notwendigkeiten. Das Buch ist sprachlich sehr unmissverständlich und dadurch, trotz des beklemmenden Inhalts, sehr kurzweilig und griffig. Dass hier eine engagierte Journalistin schreibt, die offen ihre Sicht der Dinge offenbart, macht es lesenswert und faktenmächtig. Zwei Zitate, die den Charakter des Buches sehr gut beschreiben: „Was ich für radikal halte, seit mir die planetaren Krisen bewusst sind: einfach so weitermachen“, „Was ich heute für utopisch oder eher dystopisch halte: einfach so weitermachen.“ 4,5 Sterne, Besprechung von Matthias Hüttmann.
Medien in der Klimakrise (Klima vor acht)
Die Initiative KLIMA vor acht kämpft schon seit längerem um eine größere Präsenz des wohl wichtigsten Themas unserer Zeit in den öffentlichen Fernsehanstalten. Oder anders ausgedrückt: Es geht darum, dass die Klimakatastrophe eben kein aktuelles „Thema“ ist, welches eben gerade boomt. Die Notwendigkeit, dass Medien Position beziehen müssen und nicht wie häufig in einer falsch verstandenen Ausgewogenheit berichten, ist eines der zentralen Anliegen des Buches. Es ist eine wohlfeil zusammengestellte Auswahl von Texten unterschiedlichster Autor:innen, die deutlich machen, wo es aktuell im Journalismus noch hakt und wo bereits eine andere Qualität gelebt wird. Das Buch verdeutlicht, wie sehr Medien der wesentliche Schlüssel zur gemeinsamen Erkenntnis sind und verdeutlicht deren zentrale Aufgabe in der aktuellen Situation. 4,5 Sterne, Besprechung von Matthias Hüttmann.
Rezensierte Bücher „benoten“ wir nach 10 Kriterien und vergeben dabei jeweils bis zu 5 Punkte. Alle Kriterien werden einfach gewichtet. Lediglich das „subjektive Urteil“ kommt doppelt in die Wertung. Aus dem Durchschnitt ergibt sich schließlich die Gesamtbewertung für die Vergabe der bis zu 5 Sterne. Nach folgenden Kriterien bewerten wir: Thema, Idee | Aktualität | Relevanz | Sprachqualität | Glaubwürdigkeit | Tiefgründigkeit | Aufmachung, Layout | Verständlichkeit (Inhalt) | Preisgestaltung | Subjektives Urteil.