
Der Weg ist das Ziel, auch im Zickzackkurs: Am Montag endete die 15. Weltnaturkonferenz in Montreal. Die Vertragstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt beschlossen eine neue Vereinbarung. Für den kanadischen Umweltminister Steven Guilbeault war das nicht weniger als der „Paris-Moment“ für die Biodiversität, der in die Geschichte eingehen werde.
Allerdings änderte sich so manche Zielvorgabe im Laufe der Verhandlungen: In der Endfassung steht nicht mehr, dass der Pestizideinsatz um mindestens 50 %, wenn nicht sogar um zwei Drittel reduziert wird. Stattdessen soll nun das „Gesamtrisiko“ von Pestiziden und hochgefährlichen Chemikalien halbiert werden.
Die deutsche Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte, dass die Abschlussvereinbarung „geglückt“ sei. Beispiele, die sind nennt: Mindestens 30 % der weltweiten Landes- und Meeresfläche sollen bis 2030 unter Schutz gestellt, 30 % der geschädigten Naturräume wiederhergestellt, umweltschädliche Subventionen von 500 Milliarden Dollar abgebaut werden. Brüssel, wenige Tage vorher: Die EU-Kommission verlängerte die EU-weite Zulassung für Glyphosat um ein Jahr. Es wird sich zeigen, wie planetenfreundlich „Paris-und-Montreal-Momente“ sind. Das viel zu tun ist, ist offenbar: Denn seit 1990 stieg die eingesetzte Pestizidmenge um etwa 80 Prozent, auf ca. vier Millionen Tonnen pro Jahr. Wie wir Anfang des Jahres berichteten.