
Was steht konkret in dem Bericht: Um das Ziel einer Begrenzung der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit einzuhalten, muss bis 2050 eine weltweite „CO2-Neutralität“ erreicht werden, d.h. die CO2-Menge in der Atmosphäre darf dann nicht mehr steigen. Was es nicht bedeutet, wir hätten bis dahin noch Zeit zu reagieren. Denn die sogenannten Pfade und damit die Geschwindigkeit der Reduktion ist ganz entscheidend für die Folgen. Es ist von tiefgreifenden Veränderungen auf der Nachfrageseite die Rede, einer verminderten Energienachfrage oder einem geringeren Fleischkonsum. Auch werden Maßnahmen zum Entzug von CO2 aus der Atmosphäre angeführt. Dazu Aufforstungsprogramme sowie die CO2-Abscheidung und -Speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS), Techniken, die zudem sehr umstritten sind.
Ob wir den CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch so genannte “negative Emissionen” senken können, ist völlig unklar. Das betont auch Gavin Schmidt, Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies in New York. So seien die möglichen Erfolge sowohl durch Kohlenstoffsequestrierung oder Bioenergie mit Kohlenstoffspeicherung, wie auch die der direkter Luftabscheidung extrem spekulativ. Zudem könnten wir durch direkte Eingriffe ins Klima mittels Geo-Engineering die Temperaturen zwar möglicherweise senken und dadurch vielleicht auch Zeit gewinnen. Aber beide Szenarien hätten, so Schmidt , dramatische und wenig erforschte geopolitische Folgen sowie ein erhebliches moralisches Risiko. Es hieße, den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen.
