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Heinz Wraneschitz

Macht Katherina Reiche jetzt Ernst?

Ein Kommentar von Heinz Wraneschitz

Die Wirtschaftsministerin outet sich als klare Gaslobbyistin.
Bild: Facebook, Bearbeitung: Heinz Wraneschitz

Energieministerin Katherina Reiche (CDU) zeigt nun ihr wahres Gesicht! Bisher konnte man es nur vermuten. Aber jetzt wird es ganz offensichtlich. Nämlich, dass sie Politik für die Gaswirtschaft und gegen den Rest der Gesellschaft macht.

Mit einer Umlage auf den Strompreis, den alle Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen sollen, will sie den Bau neuer Gaskraftwerke finanzieren.

Zur Erinnerung: Etwa vor einem Jahr hatte ich die Ministerin als „Trojanisches Atompferd der Bundesregierung“ bezeichnet. Dabei bleibe ich natürlich. Aber was sie bislang nur verschämt betrieb, nämlich Politik für Firmen rund um ihren früheren Arbeitgeber, das traut sie sich nun öffentlich vorzutragen: Stromkund:innen sollen den Gaskonzernen die Taschen füllen.

Bekanntlich sollen Gaskraftwerke mit insgesamt 10 Gigawatt „die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und künftig als Backups einspringen“, so formuliert es T-online. Zur Finanzierung will die Ministerin eine neue Umlage schaffen – finanziert von Stromkund:innen.

Wenn Reiche gefragt wird, ob sie so ihren Ex-Arbeitgeber unterstützen will, ist von ihr nur schroff zu hören: „Das Geschäftsfeld der Westenergie umfasst kein Gasgeschäft.“ Das mag für die Westenergie AG gelten. Die aber hat eine wohlbekannte Mutter – „Die Westenergie AG gehört zur E.ON SE“ – und viele schöne Töchter. Denn Westenergie „ist der größte regionale Energiedienstleister und Infrastrukturanbieter Deutschlands. Zu den Tochtergesellschaften der Westenergie-Gruppe zählt die Westnetz GmbH.“ Und die betreibt immerhin mehr als 23.000 km Gasleitungen.

Dass die von vielen „Gas-Kathi“ genannte Ministerin klare Lobbypolitik zugunsten der Gasindustrie und gegen die Erneuerbaren-Strom-Produzierenden gerichtet ist, steht damit fest.