Eine Betrachtung von Jörg Sutter

[Bild: HTW]
In den vergangenen Tagen und Wochen mochte man eher ungern die Neuigkeiten und Nachrichten verfolgen – weil meist sehr negativ. Doch nun gibt es doch eine neue Veröffentlichung mit positiven Meldungen und interessanten Informationen: Die brandaktuelle Stromspeicher-Inspektion 2026 der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ist dieser Tage erschienen. Der Bericht, der kostenfrei heruntergeladen werden kann, ist für alle spannend, die sich mit Heim-Batteriespeichern beschäftigen.
Bei der Inspektion ist die HTW seit diesem Jahr nicht mehr allein: Mitherausgeber ist die aquu aus Berlin. Dahinter steckt aber nur eine organisatorische Änderung, denn einer der führenden Köpfe, Johannes Weniger, hat die HTW verlassen. Er bleibt aber durch seine HTW-Ausgründung aquu – wofür das Kürzel steht, ist nicht bekannt – weiter mit dabei.
Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche am Markt verfügbare Systeme getestet und erreichten gute Effizienzen. Das AC-System „SAX Power Home plus“ setzte sich im Bereich der 5 kW-Klasse durch. Bei den DC-Systemen mit Hybrid-Wechselrichter erreichte SMA mit den Produkten Sunny Boy Smart Energy 5.0 (Wechselrichter) und der Home Storage 6.5 (Batteriespeicher) den besten Wert.
In der 10 kW-Klasse überzeugte der PLENTICORE G3 M 10 von Kostal mit der Battery-Box Premium HVS 12.8 von BYD als AC-System. Als DC-System kamen hier die besten Effizienzen von der Kombination eines Hybridwechselrichter PQ-H3-Ultra-10.0 in Kombination mit dem EQ3300-5 von Fox ESS.
In dem 2026er-Bericht werden die genaue Bestimmung und Messverfahren der Wirkungsgradbestimmung sowie die angesetzten Randbedingungen der Test genauso ausführlich erläutert wie das Auftreten von deutlich geringeren Umwandlungswirkungsgraden. Das passiert dann, wenn ein Batteriespeicher mit ganz wenig Leistung geladen oder entladen wird. Dies kann in der Praxis durchaus relevant sein, zum Beispiel wenn nachts nur ein sehr geringer Standby-Stromverbrauch aus dem Batteriespeicher gezogen wird, weil im Haushalt sparsam mit Strom umgegangen wird und nicht benötigte Geräte nachts abgeschaltet werden.
Detailbetrachtung der Speicher

[Bild: Sutter]
Auch die Reaktionszeit der Speicherelektronik ist relevant, werden doch zum Beispiel beim Einschalten von Fön oder Staubsauger praktisch sofort 1.500 oder 2.000 Watt benötigt. Die schnellsten Speicher schaffen hier eine Reaktionszeit von nur 0,2 Sekunden, so dass nach etwas mehr als einem Wimpernschlag (der braucht 0,1-0,15 Sekunden) schon der Strom aus dem Speicher verwendet wird. Aus finanzieller Sicht ist auch der Standby-Verbrauch eines Speichers von Bedeutung: Je kleiner die Leistung ist, die der Speicher für seinen Betrieb selbst benötigt, desto mehr Energie steht zur Verfügung und muss nicht eingekauft werden. Dazu hat die HTW schon in den Vorjahren Untersuchungen gemacht und dargestellt: Dies kann für den Speicherbetreiber durchaus mehrere Hundert Euro Differenz pro Jahr bedeuten, je nachdem für welches Gerät sich Interessent:innen entscheiden.
Speicher und dynamische Stromtarife?

[Bild: HTW]
Sinn oder Unsinn von dynamischen Stromtarifen in Kombination mit einem Batteriespeicher wurden in diesem Jahr ebenfalls genauer betrachtet. Wichtig bei der Wahl eines dynamischen Tarifes ist immer, dass auch ausreichend Stromverbraucher zur Verfügung stehen, die zeitlich variabel betrieben werden können. Ist dies nur die Waschmaschine, kann ein fester Tarif ähnlich wirtschaftlich sein wie ein dynamischer. Kann der Haushalt aber das Laden eines E-Autos oder die Laufzeit der Wärmepumpe um Stunden verschieben, dann kann ein dynamischer Stromtarif auch finanziell Sinn machen. Wallbox und Wärmepumpe zählen außerdem als „steuerbare Verbraucher“ nach §14a EnWG und profitieren meist zusätzlich von reduzierten Netzentgelten. Diese Reduzierung ist – wie im Bild 3 sichtbar – jedoch vom Netzbetreiber abhängig.
Download-Link:
Die Stromspeicherinspektion 2026 kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
