Ein Veranstaltungsbesuch von Jörg Sutter

[Bild: Sutter]
Es ist schon außergewöhnlich, was Absi gemeinsam mit egis eg und dem Solarverband Bayern e.V. in diesem Jahr in Neuötting (Bayern) auf die Beine gestellt hat: Die Jahrestagung der bayrischen Solarinitiativen – kurz ABSI – fand zwei Tage lang im Rathaus der bayrischen Stadt (9.000 Einwohner) statt. 90 Kilometer östlich von München gelegen ist vielleicht der Ort Altötting bekannter, weil als Wallfahrtsort berühmt.
Doch zum inhaltlichen: In diesem Jahr war die Tagung mit dem Motto „Erneuerbare – rund um die Uhr (nutzen)“ überschrieben, und das Spektrum reichte von Vorträgen und Austausch bis zu Präsentationen von Unternehmen, einer Exkursion und einer besonderen Abendveranstaltung. Es kann auch als kleines Familientreffen der DGS bezeichnet werden, jedenfalls was die vielen bekannten Gesichter aus unserem Verband bei Organisatoren, Teilnehmern und Referenten anging. Zum Motte gab es jedenfalls einen bunten Blumenstrauß an Themen: Von den Gründungsanforderungen einer Bürger-Energiegenossenschaft über die Energieprojekte entlang der A94 ganz in der Nähe, von Bürgerwindanlagen bis zu realisierten Großspeicherprojekten: Ganz viel Wissenstransfer, Erfahrungsweitergabe und Tipps, wie man Projekte bei sich vielleicht auch ins Leben rufen kann.
Highlight des ersten Tages war eine öffentliche Abendveranstaltung in der Basilika von Altötting, wo sich der Astrophysiker Harald Lesch gemeinsam mit Martin Walch an der Violine und dem Merlin Ensemble aus Wien die musikalische Frage stellten: „Ist noch Zeit“? Die Basilika war bis auf den letzten Platz besetzt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeistert.

[Bild: Sutter]
Der 2. Tag begann nach einer Preisverleihung und der Vorstellung des Solarverbands Bayern (und dem Apell, dort mitzumachen) mit einem Vortrag von Jans-Josef Fell, der diese Veranstaltung nahe seiner Heimat jedes Jahr gerne unterstützt. Er zeigt die rasante Entwicklung der Erneuerbaren Energien weltweit und kritisierte in scharfen Worten die aktuellen politischen Bestrebungen bei uns, den Einspeisevorrang und die Einspeisevergütung zu streichen: „Die wissen, wenn das weg ist, können die Netzbetreiber genau das tun, was der Chef der eon immer wieder sagte: Die Netze kommen nicht hinterher, und deshalb müssen wir den Ausbau der erneuerbaren bremsen“, so Fell.
Abgerundet wurde der 2. Veranstaltungstag von einem Pionier der Solarbranche: Josef Jenni aus der Schweiz, der mit der Jenni Energietechnik seit 50 Jahren für solarbeheizte Häuser und vor allem riesige Warmwasserspeicher bekannt ist. Es stellte sein Leben für die Sonne vor mit allen Hoch- und Tiefpunkten – und den sehr oft ihm gegenüber formulierten Ansichten „Das kann ja nicht funktionieren“. Und der Erfolg gibt ihm recht, seine Antwort war immer: „doch, das funktioniert“.
Die nächste Jahrestagung der ABSI findet im kommenden Jahr in der 2. Februarhälfte an der Technischen Hochschule in Rosenheim statt (genauer Termin steht noch nicht fest).
