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Heinz Wraneschitz

Echte Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch?

Eine Feststellung von Heinz Wraneschitz

Nachhaltigkeit – nur Show oder bewusstes Handeln? Foto: Wraneschitz

Nachhaltigkeit: Offensichtlich ein wichtiger Trend bei der diesjährigen Nürnberger Spielwarenmesse.

Viele große Hersteller von Plastik-Spielwaren wollen nachhaltiger werden. Ganz vorn dabei die Schwaben von Fischer-Technik: Beim aktuellen Baukasten „Animal Friends“ bestehen die Kunststoffteile zu über 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Konkret findet Rizinusöl Verwendung, gewonnen aus dem Samen des Wunderbaums. Dafür gab es für die Tochter des Dübelkonzerns den ToyAward 2022 in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ – also im Corona-Jahr ohne Präsenzmesse.

Mit der Spielwelt „Wiltopia“ war Playmobil heuer unter den drei Nominierten. All deren Teile bestehen im Schnitt zu mehr als 80 Prozent aus Bio- oder recyceltem Plastik. Der Zirndorfer Hersteller will damit „die spielenden Kinder für Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren. Denn bei Wiltopia dreht sich alles um das Aufwachsen in einer Welt, in der Umwelt, Mensch und Tier wertgeschätzt und geschützt werden.“

Der bekannte Figurenhersteller Schleich aus Schwäbisch-Gmünd behauptet gar: „Eines hat sich seit 1935 nicht geändert: Nachhaltigkeit stand schon immer im Mittelpunkt unseres Handelns.

Doch nun begibt er sich auf eine echte Nachhaltigkeitsreise: Bis 2025 sollen Fertigung und Lager komplett Grünstrom-versorgt sein und auch alle Verpackung aus Recycling-Materia. Und 2027 gibt das Unternehmen als Ziel an, bis zu dem alle Figuren recyclebar, wenn nicht gar biologisch abbaubar sein sollen.

Die Messe selbst präsentierte in Halle 2 „alle innovativen Neuheiten zu diesem immer wichtiger werdenden Aspekt Nachhaltigkeit“ unter dem Motto „Toys Go Green“.

Nun muss sich zeigen, ob die Nachhaltigkeits-Trends nicht nur eine Spielzeug-Show sind.