Eine Vorstellung von Jörg Sutter

[Bild: Jörg Sutter]
Vor einigen Wochen hat die DGS gemeinsam mit dem Solarförderverein Deutschland (SFV) und dem Bündnis Bürgerenergie (BBEn) koordiniert gegen das geplante Netzpaket aus dem Bundeswirtschaftsministerium protestiert. Der beim Ministerium abgegebene Appell hat bislang nicht zu einer Reaktion geführt. Im Gegenteil: In der Zwischenzeit wurden Zusammenfassungspapiere in die Ressortabstimmung der Bundesregierung gegeben, die die bereits bekannten Änderungsideen für EEG und Netzpaket enthalten.
Darum ist es kein Wunder, dass die Protestaktionen nun ausgeweitet werden, auch, weil in der Zwischenzeit durch den Iran-Krieg immer deutlicher wird, wie abstrus ein weiteres Festhalten an den fossilen Energien ist. „Seit Beginn des Konfliktes sind Gaspreise in der EU um rund 70%, Ölpreise um rund 60% gestiegen“, so der EU-Energiekommissar Dan Jorgensen. „Das bedeutet: Innerhalb nur 30 Tagen hat die EU für Energieimporte 14 Mrd. Euro mehr ausgegeben als zuvor“. Und Deutschland möchte in dieser Zeit den Ausbau der Erneuerbaren drosseln?
Das findet inzwischen immer weniger Zustimmung, aktuell wenden sich auch 15 der 16 Landes-Energieminister gegen Kürzungen und auch der Zentralverband des Elektrohandwerks (ZVEH) hat sich in deutlichen Worten gegen die Planungen ausgesprochen. Doch bislang wird das von der Bundesregierung schlicht nicht beachtet.
Großdemonstrationen geplant
Die Proteste werden daher nun ausgeweitet. Zentrale Aktionen werden Großdemonstrationen sein, die im April in verschiedenen Städten stattfinden werden und bei denen hoffentlich auch möglichst viele DGS-Mitglieder mit dabei sind.
Großdemonstrationen „Erneuerbare Energien verteidigen“
Ein breites Bündnis ruft für Samstag, den 18. April 2026, in Berlin, Hamburg, Köln und München zu Großdemonstrationen unter dem Titel „Erneuerbare Energien verteidigen!“ auf. Mit dem Protest setzen wir ein klares Zeichen gegen den Rückschritt in die fossile Vergangenheit und für mehr Solarenergie, starke Bürgerprojekte und konsequenten Klimaschutz.
Am Samstag, den 18.4.2026
in Berlin, Hamburg, Köln und München
Details zu den Demonstrationen stehen hier.
Dazu haben wir als DGS gemeinsam mit anderen Verbänden den folgenden Aufruf erstellt:
Am 18. April geht es um mehr als Energiepolitik – es geht um Ihre Existenz!
Wir alle haben der milliardenschweren Fossil-Lobby und ihrem verlängerten Arm ins Wirtschaftsministerium noch viel entgegenzusetzen!
Unterstützen Sie uns und kommen Sie am 18. April 2026 zur Demonstration nach Berlin, Hamburg, Köln und München!
Zeigen Sie gemeinsam mit anderen Unternehmen, Genossenschaften, Verbänden und Initiativen, dass die Energiewende nicht zentral verordnet wird, sondern vor Ort entsteht – durch Ihr Engagement, Ihre Investitionen und Ihre Arbeit.
Sie installieren Solaranlagen, organisieren Energieversorgung vor Ort, tragen EE-Anlagen-Projekte gemeinschaftlich und machen die Energiewende konkret? Sie sind Solarteur:in, Anlagenbauer:in, Planer:in oder Teil einer Energiegenossenschaft und für Energiewende und den Klimaschutz engagiert? Oder Ihr Unternehmen ist von günstigem erneuerbarem Strom abhängig? Dann bilden Sie das Fundament einer dezentralen, demokratischen Energieversorgung. Sie arbeiten an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft und schaffen Vertrauen in die Energiewende für Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland.
Menschen wie Sie stehen durch die aktuellen energiepolitischen Entwicklungen unter massivem Druck. Geleakte Papiere, vom Netzpaket bis zur EEG-Novelle, stiften Unruhe, wo Klarheit und Planbarkeit notwendig sind. Die Bundesregierung, und allen voran Ministerin Katherina Reiche, greift zentrale Prinzipien der Energiewende an. Sollten ihre Ideen nicht im Keim erstickt und durch förderliche Rahmenbedingungen für PV-, Wind-, Wasserkraft, Geothermie, Bioenergie und Speicher-Projekte sowie Digitalisierung und dezentrale Versorgungslösungen ersetzt werden, wird die Energiewende komplizierter, teurer und riskanter. Die Abhängigkeit von Diktatoren und autoritären Regimen wird für viele Jahre zementiert. Unternehmen aus der EE-Branche sind gefährdet und mit ihnen hunderttausende Arbeitsplätze. Vom Klimaschutz und der Generationengerechtigkeit ganz zu schweigen.
Statt Lösungen für die bekannten Probleme zu entwickeln, der Wissenschaft zu folgen sowie den Bürgerinnen und Bürgern Gehör zu schenken, werden neue Hürden aufgebaut, die ganz im Sinne börsennotierter Unternehmen und hochdotierter Vorstände sind.
Wir stehen 2026 abermals vor einer energiepolitischen Zäsur und erleben, kaum erträglich, die zerstörerische Kraft fossiler Abhängigkeit in einem 3. Golfkrieg. Der Altmaier-Knick von 2012 darf sich 2026 nicht als Reiche-Schlucht wiederholen! Im Gegenteil: Den Erneuerbaren gehört die Zukunft! Sie sind das Instrument für Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden! Davon sind Sie bereits überzeugt. Daher möchten wir Sie dazu aufrufen, gemeinsam mit uns Ihre Interessen deutlich zu machen und für die bürgernahe Energiewende einzutreten! Wir fordern: Die Gesetzesentwürfe von Ministerin Reiche müssen verschwinden und durch solche ersetzt werden, die den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen!
Nur gemeinsam können wir die notwendige Schlagkraft entwickeln, damit Bürgerenergie, Solarenergie und eine dezentrale Energiewende im politischen Raum dauerhaft Gehör finden. Der Schulterschluss aller, die sich für eine demokratische, nachhaltige und bürgernahe Energieversorgung einsetzen, ist enorm wichtig.
Ihre Teams von
BBEn, DGS, Energy Watch Group, SFV und „Leben mit der Energiewende“
Weitere Informationen zu den Demonstrationen am 18.4. finden sich hier. Trägerkreis der Demonstrationen sind Campact, DUH, Fridays for Future, Greenpeace, Germanwatch, GermanZero und WWF. Die DGS ist mit anderen Verbänden als Mitunterstützer dabei.
Und noch eine Anregung für die DGS-Sektionen und Landesverbände: Bitte nehmt kurzfristig Kontakt zu euren Mitgliedern auf, vielleicht könnt ihr abgestimmt gemeinsam an einer der Aktionen in eurer Nähe teilnehmen. Wir freuen uns dann auch über Fotos, die euer Engagement belegen.
Der Demoaufruf als zweiseitiges pdf zum Weiterleiten, zum Beispiel per Rundmail, findet sich hier.
Aktion „Solarstrom statt Erdgasstrom“

[Bild: Jörg Sutter]
Einer weitere Aktion wurde vom Verband energieerzeugende Gebäude (VEEG) und der Energy Watch Group von Hans-Josef Fell gestartet, sie richtet sich gegen die Streichung der Einspeisevergütung, das Netzpaket, die neuen Netzkostenmodelle der Bundesnetzagentur, den Bau der neuen Gaskraftwerke und gegen Rückschritte bei der Wärmewende.
Sie, liebe Leserin und lieber Leser, können einfach mitmachen und einen Brief an ihre/n Bundestagsabgeordnete/n senden, alle Informationen (mit Vorlage) dazu finden sich auf der Aktionsseite hier und in einem Youtube-Video von Frank Farenski, das hier aufrufbar ist. Ein Aufruf zur Kampagne als pdf, das gerne auch weitergeleitet werden kann, findet sich hier.
Die Aktion umfasst weiterhin zahlreiche Sendungen auf dem Kanal „Leben mit der Energiewende TV“ und eine umfassende Social-Media-Arbeit.
Auch die rund 300 Mitgliedsunternehmen der DGS möchte ich heute aufrufen, diese Aktion zu unterstützen, denn dafür werden kurzfristig noch einige Tausend Euro Kapital benötigt. Weitere Informationen dazu gibt es hier, an dieser Stelle schon einmal vielen Dank für Ihre/Eure Unterstützung.
Hoffen wir gemeinsam, dass das Bundeswirtschaftsministerium auch durch diese Aktionen erkennt, dass das Abbremsen der erneuerbaren Energien kein gangbarer Weg in die Zukunft ist. Die Zukunft wird erneuerbar werden.
