Eine Marktbeobachtung von Andreas Horn

[Grafik: Dr. Andreas Horn; Datenquelle: www.netztransparenz.de]
Der Monatsmarktwert für Solarstrom war im April 2026 extrem niedrig: der Monatsmittelwert an der Strombörse EPEX lag bei nur noch 1,317 Ct/kWh, und somit bei nur einem Viertel des Vormonats und bei weniger als der Hälfte des Vorjahresmonats. Und dies, während gleichzeitig der Irankrieg die Preise für fossile Energie in die Höhe schraubte. Der gesamte Spotmarkt erzielte mit 7,852 Ct/kWh um 21% niedrigere Preise als im März, und lag fast auf der selben Höhe wie im Vorjahr. Wie kann das sein? Vielen hatten erwartet, dass aufgrund des neuerlichen, unnötigen und schrecklichen Kriegs die Energiepreise in die Höhe schnellen?
In der Tat sind die Preise für Erdgas gestiegen – allerdings gegenüber dem Vorjahr nur leicht um +15%. Auch die Preise für CO2-Zertifikate sind etwas gestiegen. Alle Werte sind übersichtlich in der DGS-Marktwertübersicht zusammengestellt. Im April lag jedoch der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Erzeugung bei 70,2% und hat somit einen neuen Spitzenwert erreicht. Obwohl Strom aus Erdgas also teurer wurde, wurden der Monatsmittelwert durch billigen Solarstrom gedrückt. Zumindest die kommenden Sommermonate hindurch wird dieser Effekt wohl weiterhin Bestand haben – es wird aber spannend, wie es im Winter weitergeht.

[Grafik: Dr. Andreas Horn; Datenquelle: www.netztransparenz.de]
