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Jörg Sutter

Den richtigen Standort für den Batteriespeicher finden

Eine Betrachtung von Jörg Sutter

verschiedene kleine Batteriespeicher
[Bild: Sutter]

Erst einmal ist die Entscheidung einfach: Wenn ich mich für eine neue PV-Anlage interessiere, dann wird inzwischen meist auch gleich ein Batteriespeicher angeboten. Je nach Schätzung sind es zwei Drittel bis 90 Prozent der neuen Kleinanlagen, die mit einem Batteriespeicher ausgestattet werden, um noch mehr eigenen Solarstrom auch am Abend und in der Nacht nutzen zu können. Doch mit dem JA zum Speicher dürfen die Überlegungen noch nicht abgeschlossen werden.

Auf den grundsätzlichen Wunsch muss auch eine Entscheidung zum Standort folgen: Wo genau soll das Gerät aufgestellt werden? Grundsätzlich wird das der Installateur endgültig festlegen. Denn erst mit dem Auftrag weiß er genau, wie groß der Speicher und welche Dimensionen – abhängig vom Hersteller und Typ – das Gerät hat. Trotzdem lohnen sich Überlegungen im Vorfeld. Vor allem, um Standorte auszuschließen, die den Batterien nicht guttun würden. Warum das wichtig ist? Je besser die Umgebungsbedingungen für die Batterie, umso länger hält sie.

Die gleiche Entscheidung muss auch getroffen werden, wenn die PV-Anlage schon vorhanden ist und ein Batteriespeicher nachgerüstet werden soll. Zu diesen grundsätzlichen Überlegungen sei auch nochmals auf den Beitrag der vergangenen Woche zur Stromspeicherinspektion und die Vorstellung der Ergebnisse in einem DGS-Webinar in der kommenden Woche erinnert.

Am besten ab den Keller

Grundsätzlich fühlt sich ein Batteriespeicher im Keller eines Hauses am wohlsten. Denn dort herrschen zum einen recht konstante Temperaturen über das ganze Jahr; zum zweiten erreichen die Temperaturen auch keine extremen Werte: Für Batterien sind sowohl zu geringe Temperaturen und womöglich Frost als auch zu hohe sommerliche Hitze schädlich. Sollte im Keller keine Möglichkeit bestehen, so kann auch im Erdgeschoss ein Plätzchen gefunden werden, zum Beispiel in einem Technikraum. Dieser kann und sollte auch genutzt werden, wenn das Gebäude gar nicht unterkellert ist.

Andere Positionen werden nicht empfohlen, zum Beispiel eine Anbringung unter dem Dach, im Carport oder in der Garage. Gegen die Garage spricht erstens ein Konflikt mit der formalen Nutzung der Garage (zum Beispiel hinsichtlich eines Mietvertrags), zum zweiten besteht das Risiko, dass im Winter einmal das Garagentor offensteht und der Frost von draußen die Batterien zerstört. Nur einzelne Produkte am Markt sind für eine Montage im Außenbereich ausdrücklich freigegeben; das ist dann aber auf den Datenblättern und in den Montageanleitungen angegeben. Oftmals widerspricht eine werbliche Darstellung auch den technischen Vorgaben: Während im Werbeflyer – zum Beispiel bei Kleinspeichern für Steckersolar-Geräte – die Geräte offen auf dem Balkon stehend fotografiert sind, wird dies in der Montageanleitung dann ausgeschlossen. Das sollte unbedingt vor dem Kauf überprüft werden! Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass man im Garantiefall keinen Ersatz bekommt, weil ja gegen die Anleitung des Herstellers verstoßen wurde.

Montageanleitung beachten

Beispiel einer Hersteller-Homepage mit ausführlichem Download-Bereich. Oft sind die Unterlagen auch auf Deutsch verfügbar.
[Bild: Screenshot Sutter]

Stichwort Montageanleitung: In dieser Unterlage des Speicherherstellers ist ausführlich erläutert, für welchen Standort sich das jeweilige Batteriespeichergerät eignet. Auch finden sich dort die genauen Maße und die Positionen zum Beispiel der Anschlussbereiche. Diese Informationen helfen bei der Auswahl des geeigneten Plätzchens ebenfalls.

In der Montageanleitung sind auch weitere Vorgaben für den Standort vermerkt, die unbedingt eingehalten werden müssen. Das sind zum Beispiel Mindestabstände zur Wand oder anderen Geräten, aber auch die notwendige Belastbarkeit des Fußbodens bei Standgeräten, die durchaus einige 100 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen.

Risiken minimieren

Daneben sollten unbedingt weitere Risiken minimiert werden: Ein Batteriespeicher gehört nicht neben die Heizung, auch nicht an eine warme Wandfläche, auf deren gegenüberliegenden Seite die Sauna steht. Auch Wasserleitungen, die an der Kellerdecke über dem Speicher verlaufen, könnten im Schadensfall zu schwerwiegenden Folgen führen. Auch sollte unbedingt darauf verzichtet werden, beispielsweise einen Brennholzstapel neben dem Speicher aufzustellen oder auf dem Gerät Papierstapel zu lagern.

Wartung ermöglichen

Und noch ein letzter Hinweis: Für jedes Gerät gibt es unterschiedliche Wartungsvorgaben des Herstellers. Von wartungsfrei bis zu regelmäßigen Überprüfungsvorgaben findet sich hier eine große Bandbreite bei den Geräten am Markt. Die Wartungshinweise finden sich in den Bedienungs- oder Betriebsanleitungen der Geräte. Diese können in den meisten Fällen schon im Vorfeld des Kaufes auf der Homepage des Speicherherstellers kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Doch egal welches Gerät man wählt: Im Falle einer Wartung oder auch eine Reparatur muss das Gerät gut erreichbar sein. Der Raum sollte ausreichend Platz auch um das Gerät herum bieten. Das ist nicht nur für die Auswahl des Standortes vor dem Bau des Speichers, sondern auch für den langjährigen Betrieb wichtig. Eine gute Erreichbarkeit des Gerätes sollte immer gegeben sein.

Die Auswahl des Standorts ist also ein wesentlicher Aspekt, um lange Freude am Batteriespeicher zu haben.


Veranstaltungshinweis

Speicherinspektions-Webinar

Johannes Weniger, einer der Autoren der Speicherinspektion, wird am kommenden Dienstag die Ergebnisse in einem (kostenpflichtigen) DGS-Franken-Webinar vorstellen. Die Bandbreite reicht von Messungen an marktgängigen Speichern über die preisoptimierte Batterieladung mit Netzstrom bis zur Marktanalyse für Batteriesysteme.

Webinar

„Stromspeicher-Inspektion 2026: Neue Testergebnisse und Analysen zur preisoptimierten Batterieladung mit Netzstrom“

Dienstag, 24.3.2026
Zeit: 10:00 – 12:00 Uhr
Ort: online

Weitere Informationen und Anmeldung:
www.solarakademie-franken.de/termine/WP77-SODI-2026-03-24