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07/03 2011:

26. Symposium Photovoltaische Solarenergie I: Netzintegration





Quelle: Roland Berger Strategy Consultants

Im Rahmen des  Symposiums Photovoltaische Solarenergie fand dieses Jahr eine kompetent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Integration von PV-Anlagen in das Stromnetz statt. Die Diskutanten waren Ulla Böde von der Bundesnetzagentur, Andreas Schneider von der E.ON Mitte AG, Ludger Meier vom Forum Netztechnik Netzbetrieb (FNN) bzw. der Amprion GmbH (Transportnetz der RWE), Dr. Bernd Engel vom BSW-Netzarbeitskreis sowie Mitarbeiter der Firma SMA und Ralf Haselhuhn von der DGS. Die Diskussionsleitung hatte Dr. Detlef Koenemann von der Zeitschrift Sonne, Wind und Wärme. Anlass war insbesondere die Netzstabilität und -sicherheit bei den zunehmenden Mengen von PV-Strom im deutschen und europäischen Stromnetz.

 

Zum Hintergrund: Zwei Tage vor dem Symposium fand in Berlin beim DIN-VDE eine die Sitzung zu den technischen Festlegungen der FNN-Niederspannungsrichtlinie statt. Diese VDE-Anwendungsregel legt die neuen Anschlussbedingungen für den Netzanschluss von dezentralen Stromerzeugungsanlagen an das Niederspannungsnetz fest.

 

Aus der zukünftigen Richtlinie ergeben sich erhöhte Anforderungen für den Netzanschluss und der Funktionsfähigkeit von Wechselrichtern. Es ist geplant, die Richtlinie am 01.07.2011 in Kraft treten zu lassen. Sie gilt zunächst nur für Neuanlagen, zudem wurden Übergangsfristen festgelegt. Für das Problem der Frequenzhaltung bei 50,2 Hz soll sie jedoch auch unverzüglich für Bestandsanlagen gelten.

 

In der Podiumsdiskussion in Kloster Banz gab es weitgehende Einigkeit bei den technischen Anforderungen denen sich die PV-Anlagen immer mehr stellen müssen aber auch Differenzen über die Frage wer die Kosten trägt.

 

>> Ralf Haselhuhn wies darauf hin, dass es sich bei den Anforderungen zunehmend um Netzdienstleistungen handelt und so die Kosten nicht auf die Anlagenbetreiber abgewälzt werden sollten. Die Kosten könnten entweder über das EEG  oder das EnWG (Umlage auf Netznutzungsentgelte) übernommen werden. Im Übrigen werden die Investitionen in die Stromnetze für Ausbau und sicheren Netzbetrieb gesetzlich über das EnWG und die sogenannte Anreizregulierung mit einer jährlichen Eigenkapitalverzinsung von 9,29% den Netzbetreiber zugestanden. Während Investitionen in PV-Anlagen sich über die EGG-Einspeisevergütung refinanzieren, bei der das BMU eine Eigenkapitalverzinsung mit 7% ansetzt.

 

>> Bernd Engel erklärte, dass die Abstimmung zu den technischen Anforderungen mit dem FNN zunehmend einvernehmlich erfolgt. Zunehmend gäbe es Verständnis für die Positionen der PV-Branche. Es werde versucht gemeinsame Lösungen mit den Übertragungs- sowie Versorgungsnetzbetreiber zu finden. Weiter wies er darauf hin, dass die Wechselrichterhersteller in ihren Geräten technische Lösungen umsetzen um zunehmend Aufgaben des Netzmanagements wie z.B. Blindleistungs- und Frequenzreglung übernehmen. Nur so können zukünftig weiter große Mengen an PV-Leistung sicher in das Stromnetz integriert werden. Die Kosten für das 50,2 Hz Problem halten sich bei der moderneren Wechselrichtergeneration der letzten Jahre in Grenzen und beschränken sich zum Teil auf ein Softwareupdate und einen Besuch des Servicetechnikers beim Anlagenbesitzer. Die technischen Lösungen, für die nach der FNN-Richtlinie später geltenden weiteren Anforderungen, können in die neuen Wechselrichter eingebaut werden.

 

>> Ludger Meier zeigte für den FNN die Anforderungen für den Netz- und Anlagenschutz auf und schlug eine grundsätzliche Neugestaltung der Prozessabläufe bei der Anmeldung und Inbetriebsetzung vor. Der FNN bekennt sich zu dem weiteren Ausbau der regenerativen Energien entsprechend den politischen Rahmenbedingungen der Bundesregierung und wird die technische Umsetzung bei der Netzintegration vorantreiben.

 

>> Andreas Schneider erläuterte, dass im Netzgebiet von E.ON Mitte durch vorrausschauenden Netzausbau mit regelbarem Ortsnetztransformator und durch die Kopplungen mehrerer PV-Strom-Einspeisebegehren die weiterhin zunehmende Zahl von Anlagen an das Netz angeschlossen werden. Das EEG lässt den Netzausbau zu, so lange die Netzausbaukosten nicht 25% der Anlageninvestitionskosten überschreiten. Durch das Zusammenführen von mehreren Einspeisewilligen sei dies gegeben. Er verweist gleichzeitig auf die noch nicht ausreichenden finanziellen Anreize bei den Versorgungsnetzbetreibern.

 

>> Ulla Böde von der Bundesnetzagentur wies auf das Problem der Kurzeitvorhersagen für PV-Strom und der damit verbundenen Unsicherheit hin. Ralf Haselhuhn entgegnete, dass dies ein hausgemachtes Problem sei, denn nach wie vor erfolgt die Anmeldung der Neuanlagen auf dem Postwege und nicht wie schon 2006 von der DGS vorgeschlagen online (Link hierzu).

 

>> In einer anschließenden Session stellten Dr. Elke Lorenz von Universität Oldenburg für PV-Stromvorhersagen im Netzgebiet Ostdeutschland und Dr. Ulrich Focken von der Firma energy&meteo systems GmbH für das Netzgebiet Westdeutschland ihre Vorhersagemethodik im Kurzeitbereich (Dayahead = 12 Stunden Vorhersage inkl. stündlicher Aktualisierung) für Solarstrom vor. Beide Referenten betonten, dass die meteorologische Vorhersage mit hoher Genauigkeit möglich ist - allerdings die Hochrechnung auf die Netzgebiete wegen der viel zu späten Meldung der installierten PV-Leistung durch die Daten der Bundesnetzagentur eine hohe Unsicherheit aufweist.

 

Fazit: Man ist sich weitgehend einig, dass sich Netzbetreiber und PV-Branche gemeinsam den technischen Herausforderungen und Aufgaben stellen müssen, um immer höhere Mengen an PV-Strom in das Stromnetz zu integrieren. Differenzen zur Kostentragung, technischen Details und Methodik waren jedoch durchaus erkennbar.


07/03 2011:

26. Symposium Photovoltaische Solarenergie II: Brandschutz




Ein weiterer Schwerpunkt in Kloster Banz war der Brandschutz bei PV-Anlagen. Im Rahmen der Session Sicherheit von PV-Anlagen stellte Ralf Haselhuhn die ganz aktuell erschienene Broschüre der Fachregeln zur Brandschutzgerechten Planung-, Errichtung und Instandhaltung von PV-Anlagen. Entstanden ist diese durch die Arbeit einer interdiziplinären Arbeitsgruppe initiiert durch den BSW unter Beteiligung von Feuerwehr, Brandschutz- und PV-Experten, Brandschutzbaubeauftragten, Planer und Installateuren. Sie wurden zu dem mit der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland (AGBF Bund) abgestimmt. Die Broschüre wurde gemeinsam von BSW, DGS, ZVEH, Berufsfeuerwehr München und Bundesvereinigung der Fachplaner und Sachverständigen im vorbeugenden Brandschutz e.V. (BFSB) herausgegeben.

 

Erhältlich ist die Broschüre über den BSW (www.bsw-solar-shop.de) sowie als Download hier bei der dgs.


Dr. Heribert Schmidt vom Fraunhofer ISE stellte anschließend den Stand der Technik bei der Entwicklung von Abschaltlösungen am PV-Generator vor. Während Adrian Häring, zuständig für Elektro- und Brandsicherheit bei SMA und Mitarbeiter in nationalen und internationalen Normungsarbeitskreisen, die Planung und Installationsgrundsätze sowie das Schutzziel und die Maßnahmen bei der PV-Installation anschaulich erklärte. Die Vorträge bildeten eine gute Erläuterung und Basisinformationen zu den nun vorliegenden Fachregeln.


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