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Bringen Solaranlagen Heizkessel zum Takten?





Intervallheiztechnik mit doppeltem Nutzen
Foto: Klaus Leidorf Luftdokumentation

In der aktuellen Ausgabe der DGS-Zeitschrift SONNENENERGIE, welche soeben  erschienen ist, können Sie einen Artikel von solid-Mitarbeiter Matthias Hüttmann lesen. Unter der Überschrift "Bringen Solaranlagen Heizkessel zum Takten? betrachtet der Autor übliche Verschaltungen von Solaranlagen und Heizkesseln bei heizungsunterstützenden Anlagen. Die Fragestellung lautet dabei: solare Heizung oder solare Heizungsunterstützung. Kann durch eine ungünstige Konfigurationeine Solaranlage das Kesselverhalten gar negativ beeinflussen?

 

 

Auszug aus dem Artikel
Der überwiegende Teil aller solarthermischen Anlagen wird in Bestandsgebäuden installiert. Dies ist nicht verwunderlich, beträgt der Anteil von Neubauten an der Gebäudegesamtheit in Europa momentan nicht einmal 1%, in Deutschland ist das nicht anders. In zunehmendem Maße handelt es sich bei den Solaranlagen um so genannte Heizungsunterstützende Systeme, d.h. Solaranlagen, die nicht nur das Trinkwasser erwärmen, sondern auch Energie für die Raumwärme zur Verfügung stellen. Oftmals sind in diesen Fällen noch funktionierende Heizungssysteme vorhanden, zumindest sind die Besitzer häufig dieser Ansicht. Jedoch sind Nutzer von Heizungssystemen nur selten in der Lage einzuschätzen, wie es tatsächlich um die Effizienz der Heizung bestellt ist. Schließlich wurden diese Heizungen überwiegend nach Komfort konfiguriert. Eine Solaranlage soll nun in das bestehende Konzept integriert werden. Was es bedeuten kann, die Heizungsoptimierung im Zuge der Solaranlagen-Installation zu vernachlässigen soll dieser Artikel verdeutlichen.

 

 

Was traut man Solaranlagen zu
Kommen nun Solaranlagen ins Spiel, stellt sich die Frage, welche grundsätzliche Funktion und welche Möglichkeiten man ihnen zugesteht. Im Nachgang zu dem im März dieses Jahres veröffentlichten Test von Kombi-Solaranlagen durch die Stiftung Warentest äußerte sich Udo Wirges vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) über die mögliche Energieeinsparung durch eine Solarthermische Anlage bezogen auf ein Haus mit 150 Quadratmetern und vier Personen: „Wird eine Heizungsunterstützung durch Solarthermie realisiert, kann die Energieeinsparung bei der Raumwärme bis zu 20 Prozent betragen“. Diese Einschätzung, dass Solaranlagen lediglich eine sinnvolle Ergänzung zu konventionellen Heizsystemen sind, ist weit verbreitet. Auch von Seiten des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) ist diese Einschätzung zu hören. So empfiehlt man dem Fachmann: „Eine solare Heizungsunterstützung ist keine 100%-Heizung. Sie bedarf immer einer vollwertigen Heizung im Hintergrund. Vermeiden Sie es deshalb, bei Ihrem  Kunden zu hohe Erwartungen zu wecken. Bleiben Sie realistisch und demonstrieren Sie stattdessen Ihrem Kunden das jeweils Mögliche an Hand einer Simulation.

 

 

Prof. Dr.-Ing. Fritz Richarts stellt hierzu fest, dass die Auslegung solarthermischer Anlagen eines neuen Ansatzes bedarf. Er hält es für zwingend notwendig, dass mindestens 30% der Brauchwasser- und  Raumheizwärme mittels Solarkollektoren gedeckt werden. Er stellt weiter fest: „Eine Gegenüberstellung der Wirkung passiver Maßnahmen mit der Solarthermie weist in nahezu allen betrachteten Fällen eine klare, teilweise sogar überwältigende Überlegenheit der Solarthermie gegenüber der Bausanierung aus. Nur in ganz wenigen ‚handverlesenen‘ Fällen erreicht oder übersteigt die Wirtschaftlichkeit von Bausanierungen die der Solarthermie.“

 

 

Rücklaufanhebung - der Standard
Diese Einschätzung hat durchaus Folgen. So werden Solaranlagen immer noch als additives Element betrachtet, was gravierende Auswirkungen auf die Art der Konfiguration haben kann. So ist die überwiegend installierte Variante immer noch die so genannte Rücklaufanhebung. Bei ihr werden Solarkollektoren, Pufferspeicher, Heizkessel und Heizkörper in Reihe geschaltet. Der Heizkessel steht im Mittelpunkt, es ist hierbei nahezu unmöglich Solarwärme aus dem Kollektorkreis direkt zu den Verbrauchern zu bringen, ohne dass dabei der Heizkessel involviert ist. Dies ist speziell bei Hochtemperaturheizkreisen, im Gegensatz zu Heizkreissystemen mit geringeren Vorlauftemperaturen, der Fall.

 

Fazit
Welchen Status Solaranlagen bei manchen Fachleuten oftmals haben, merkt man daran, dass dem Heizkessel nach wie vor die Hauptrolle zugedacht wird. Die Solaranlage besitzt immer noch eine untergeordnete Bedeutung. So unterlässt man es oft, die für eine Heizungsunterstützende Solaranlage notwendigen Parameter abzugleichen, die Solaranlage wird somit dem bestehenden Heizungssystem angepasst. Ihren eigentlichen Charakter kann eine Solaranlage deshalb meist gar nicht ausleben. Dies hat Einfluss sowohl auf die Art der Anbindung als auch auf die Parametrierung der Regelung. Ohne den Heizkessel läuft nichts, die Solaranlage wird an das bestehende System einfach angehängt, nicht integriert. Noch schlimmer, am vorhandenen System wird meist nichts Wesentliches geändert. Das hat zur Folge, dass viel zu selten der Pufferspeicher als zentrales Element betrachtet wird. Die Nachteile, welche sich durch eine schlecht angebundene Solaranlage für einen Heizkessel ergeben können, werden oft unterschätzt bzw. sind noch zu wenig bekannt.

 

 

Den kompletten Artikel können Sie hier herunterladen: www.solifer.de/herunterladen/bringen-solaranlagen-heizkessel-zum-takten.pdf


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